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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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es that ihm wehe, daß er nichthemdärmelig über die Straße gehen konnte, es hätte ihn trotz der grimmigen Kälte gewiß nicht gefroren, aber die Leute hätten ihn aus⸗ gelacht, und Aloys wurde immer empfindlicher gegen den Spott der Leute.

Daran war beſonders des alten Schultheißen Knecht ſchuld, der der Ernte in das Dorf et war. Es war ein ſchöner, ſchlanker Burſch, mit einem trotzigen Geſichte, das durch den röth⸗ lichen Schnurrbart noch eine beſondere Auszeichnung hatte. Jörgli, ſo hieß der Knecht, war Kavalleriſt, und trug faſt immer ſeine Soldatenmütze. Wenn er Sonntags in ſeiner geraden, kecken Haltung, die Füße auswärts ſetzend und die Sporen klingen laſſend, die Soldatenmütze auf dem Kopfe, mit den lederbeſetzten Reithoſen angethan, das Dorf hinaufging, da ſagte ſein ganzes Weſen:ich weiß, daß alle Mädle ſich in mich vergucken; oder wenn er ſeine Pferde zur Tränke an des Jakoben Brunnen ritt, da wollt' dem guten Aloys faſt das Herz ſpringen, wenn er ſah, wie das Marannele jedesmal zum Fenſter hinauslugte. Er wünſchte, daß es gar keine Milch und Butter auf der Welt geßs, damit er auch Pferdsbauer wäre.

So unerfahren auch unſer Aloys war, ſo waren ihm doch die Unterſchiede der drei Stände wohl bekannt. Da ſtanden zu unterſt die Kühbauern, die von ihren Zug⸗ thieren auch noch Milch und Kälber ziehen müſſen; dann kamen die Ochſenbauern, deren Zugthiere man doch noch mäſten und ſchlachten kann. Zuoberſt aber ſtanden die Pferdsbauern, deren Zugthiere weder Milch noch Fleiſch