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es auch das Geringſte iſt,“ ſprach er flüſternd, aber kein Wort ging meinen Ohren verloren. Sie ſchüttelte ſachte, wie wenn ſie ſich weigerte— aber er verdoppelte ſeine Bitten.„Du mußt,“ ſprach er und faßte ihre Hand. „Du mußt,“ rief er nach einer Pauſe noch eindringlicher, „ſieh, das nehme ich!“ Mit dieſen Worten löste er ſchnell eine Binde von ihrem Kleide und warf ſie über ſeine
Schultern. „Toute à Vous, beau Tristan!“ „Tout à Vous“— antwortete er ihr mit einer
Stimme, die gewiß, gewiß vor Entzücken ſo hinſtarb.
„Dieſe Deviſe— ja ſie ſoll unſer Wahlſpruch ſein! Immer, ſo lang unſere Liebe athmet, ſoll dieß die geheime Parole zwiſchen uns ſein, und Niemand außer uns beiden ſoll ſie von unſern Lippen hören.“
Moritz, ich ſchreibe nicht mehr. Es wurde immer finſterer in der Luft, im Herzen, in der Seele. Welches von beiden die letzten Worte äußerte, die ich hier anführte, konnte ich nicht unterſcheiden, aber gewiß war es beider Meinung. Ich hörte kein Wort mehr, es blitzte, wie wenn ein Meteor in den Brunswik niedergeſchlagen hätte, oder vielleicht war es der Ton von Capitän Ferdinands Kuß auf die verführeriſche Hand dieſes Walvgeiſtes.
Meine letzten Kräfte halfen mir nur noch ſo weit, daß ich aus dem Parke fliehen, die Straße ſuchen und mein Pferd finden konnte. Ein Wunderwerk hat mich nach Ulriksthal geführt.— Moritz ſprich mit Adolph Ludwig. Ihr beide müßt mich begleiten. Hörſt Du einige Tage lang nichts von mir, ſo wirſt Du begreifen, daß Dein Jugendfreund und Kaſernenkamerad Clas Heinrich hier auf dem Schloſſe liegt belagert von den ſcheußlichſten Furien einer Hölle, wie Du nie welchen in's Geſicht ge⸗ ſehen haſt. Aber Sakerlot, Dieu et mon droit! Hier ſoll es ein heißes Spiel geben. Ja wahrhaftig! ich ritt in einem andern Geſchäfte nach Ulriksthal hinaus. In⸗ deſſen aber grüße die Freunde und ſage ihnen, daß ich nicht vergeſſen werde, was ich hier thun ſollte. Moritz!


