Druckschrift 
Amalia Hillner : Roman : 5 Bdchn. / von Almqvist
Entstehung
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rufungszeichen beginnen, aber ich habe heute kein rech⸗ tes Gemüth dazu. Dießmal mußt Du mir noch meine Nachläſſigkeit verzeihen. So heiter und glücklich Du mich auch glauben magſt, weil ich eine Reiſe machen durfte, ſo verſichere ich Dich doch, mein liebes Mama⸗ chen, daß ich den Thränen nahe bin, und vielleicht ſiehſt Du die Spuren davon auf meinem Papiere. Ich ſchicke daher dieſen Brief jetzt gerade ſo ab, wie er iſt, denn gewiß biſt Du neugierig und ängſtlich zu hören, daß ich lebendig an Ort und Stelle gekommen bin. Nie werde ich Deine Ermahnungen vergeſſen und mich ſtets genau nach ihnen allen richten, Dein ſtrenges Gebot ausgenommen, daß ich gut an Dich ſchreiben ſolle. Wenn ich Dich nicht liebte, ſo würde ich ganz präch⸗ tig grammatikaliſch und ſchön an Dich ſchreiben, allein es iſt meine Anſicht, und Du magſt ſie mir verzeihen, daß zwiſchen Perſonen, die einander ſehr, ſehr lieben, gut ſchreiben eigentlich ſchlecht ſchreiben heißt. Habe jedoch keine Furcht, daß Du nicht eine genaue Nach⸗ richt über Alles und Alle im Hauſe erhalten werdeſt, wie Du mir anbefohlen haſt. Ich werde Dir die Frau, die jungen Herrn, Konſtanze, den Garten, das Luſthaus und die ganze Orangerie beſchreiben. Ich ſah auch ſchon einen Springbrunnen, ſo etwas habe ich meiner Lebetage nie geſehen. Aber verzeih mir, daß ich Dir jetzt nicht mehr davon ſchreibe ich bin ſo weich. Wenn es mir bis zum nächſten Poſttage gelingt, zu vergeſſen, daß ich ſo weit von Dir entfernt bin, ſo ſollſt Du einen beſſern Beſcheid über Amaliens Aufent⸗ haltsort bekommen. Du ſollſt von einem kleinen, un⸗ beſchreiblich ſchönen Plätzchen, einer Laube oder einem natürlichen Luſthäuschen von lebendigen Hecken hören, wohin ich mich am Tage nach meiner Ankunft gleich nach Tiſche ungeſtört und ungeſehen begab, und ganz allein herumgehen konnte, ungeachtet Alle noch ſo ar⸗ tig gegen mich ſind, daß ſie mich keinen Augenblick mir ſelbſt überlaſſen wollen; doch dießmal blieb ich allein,