Druckschrift 
Der wandernde Schatten oder die Mahnung aus der Todtengruft : und andere Geschichten aus dem Mittelalter / von I. Albiny
Einzelbild herunterladen

52

wenn die Welt erfuͤhre, Scotus ſey um Mitternacht bei Euch im Schlafgemach Unſere Zuſammenkunft muß ein ewiges Geheimniß ſeyn, aber mir muͤßt Ihr vertrauen, und meinen Verordnungen gemaͤß leben, wenn ich Euch nuͤtzlich wer⸗ den ſoll. Die unſichtbaren Geiſter kennen weder Rang noch Wohlſtand. Anna(nach einer kleinen Pauſe). Wohl! ich komme, Scotus! Haltet alles bereit.— O Gott! wie froh, wie heiter will ich dann zu Bette gehn— als Mut⸗ ter!(Sie entfernt ſich.) Scotus(allein, luͤſternd ihr nachſe⸗ hend). Schoͤnes, herrliches Weib! Mei⸗ ſterſtuͤck der Natur!— Göttliches Gaukel⸗

iel! welche ſelige Stunden lächeln durch p

dich mir entgegen!— Ja, ich will froh genießen, wo die Natur die Tafel mit ſo ſuͤßen Fruͤchten beſetzt hat!——