138 Wie der größte Feldherr ſeiner Zeit
Sechszehntes Kapitel. Wie der größte Feldherr ſeiner Zeit aus ſeinem Vaterlande getrieben wird.
Als die Entfernung der Herzogin von Marlborough bewirkt war, richteten die Tories ihre Machinationen gegen den Herzog. Mit den gröbſten und unzurechtfertigendſten Schimpfreden überhäuft, von Winkelſcribenten durchgehechelt und geſchmäht, von Swift, Prior und Saint⸗John auf das
hämiſchſte angegriffen, der Unterſchlagung, Habſucht und Erpreſſung, der Anmafung, Grauſamkeit und unzähmbaren Ehrgeizes angeklagt,— kam ſeine Popularität merklich ins Sinken.
Während ſeiner Abweſenheit von England im Jahre 1711 wurden dieſe Angriffe mit unabläſſiger Bosheit fort⸗ geſetzt; ſeine Erfolge wurden herabgeſetzt, ſeine Dienſte ver⸗ redet, ſein moraliſcher Charakter verläumdet, ſein Feldherrn⸗ talent in Zweifel gezogen, ſelbſt ſein Muth ward beſtritten. Auf dieſe Weiſe ward der tödtliche Streich vorbereitet, der ihn bei ſeiner Rückkunft treffen ſollte. Obgleich er dieſe unwürdigen Angriffe verachtete, ſo konnte Marlborough ſich doch nicht verhehlen, daß ſie ein ſtarkes Vorurtheil gegen ihn hervorriefen, und er beklagte ſich darüber bei Orford, der ſich auf die charakteriſtiſche Art von dem Verdacht einer Theilnahme an dieſen Pasquillen zu reinigen ſuchte.„Ich verſichere Eurer Durchlaucht,“ ſchrieb er ihm,„daß ich dies Treiben als unedel und unredlich verabſcheue. Ich für meine Perſon habe mich durch eine vieljährige Erfahrung ſo daran gewöhnt, daß, da ich weiß, daß ich jede Woche, wo nicht jeden Tag, in einer oder der andern Schmähſchrift vor⸗ komme, ich es gern zufrieden wäre, wenn alle dieſe boshaften Stcribenten die Erlaubniß hätten, zehnmal mehr gegen mich zu ſchreiben, unter der Bedingung, daß ſie gegen Niemand


