den goldenen Schlüſſel ausliefert. 107
ſelbſt thun,“ verſetzte die Herzogin.„Meine Abdankung iſt angenommen. Nein, ſuchen Sie es mir nicht zu verbergen — ich weiß es.“
„Es iſt ſo,“ erwiederte der Herzog.
„Aber ſie hat unſern Töchtern die Stellen bewilligt? Wenigſtens hat ſie das gethan?“ rief die Herzogin.
„Sie weigert ſich ihr Verſprechen zu erfüllen,“ ent⸗ gegnete Marlborough.
„Sie weigert ſich! ha!“ rief die Herzogin.„Sie iſt die erſte Königin von England, die ſo unehrenvoll handelt. Das will ich ihr ins Geſicht ſagen. Und die ganze Welt ſoll es wiſſen.“
„Beruhigen Sie ſich,“ verſetzte Marlborough.„Dieſe Aufregung nutzt zu nichts. Die Königin verlangt den Schlüſſel binnen zwei Tagen wieder.“
„Sie ſoll ihn binnen zwei Minuten erhalten,“ entgeg⸗ nete die Herzogin und riß ihn aus ihrem Gürtel.„Ich will ihn ihr gleich bringen.“
„Aber bedenken Sie—“ rief der Herzog.
„Ich will nichts bedenken,“ unterbrach die Herzogin ihn. „Sie ſoll wenigſtens wiſſen, wie ſehr ich ſie haſſe und ver⸗ achte. Sollte ich auch dabei vergehn, ſo ſoll ſie meine wahren Geſinnungen erfahren.“
„Sie dürfen in dieſem Zuſtande nicht hingehn, Sarah,“ rief Marlborough, indem er ſie feſthielt.„Warten Sie, bis Sie ruhiger find. Ihre Heftigkeit wird Sie zu weit führen.“
„Sind Sie auch mit ihnen im Bunde, Mylord?“ rief die Herzogin außer ſich.„Laſſen Sie mich gehn, ſage ich. Ich will nicht aufgehalten ſein. Mein Unwille muß ſich Luft machen, oder er tödtet mich.“
„So gehn Sie,“ erwiederte der Herzog und ließ fie los. Und als ſie aus dem Zimmer eilte, ſank er auf ein


