in Marlborvugh⸗Haus. 41
die bis jetzt unerklärlich war. Ich will darauf ſchwören, er hat ein Mittel gefunden, durch Abigail bis zu ihr zu gelangen.“
„Ganz recht,“ ſagte die Herzogin.„Eure Durchlaucht hegte einſt eine hohe Meinung von dieſem Sekretär, aber ich habe Sie immer vor ihm, als einem glattzüngigen Heuchler gewarnt, der nur ſeine eigene Beförderung im Auge hat. Ich hoffe, Sie ſind jetzt überzeugt.“
„Auf die unangenehmſte Weiſe,“ verſetzte der Herzog. „Aber in welcher Art von Verbindung glauben Sie, daß Harley mit Abigail ſteht?“
„Ich habe dieſen Morgen bei der Cour ein Billet von ihr an ihn aufgefangen,“ ſagte die Herzogin;„der Ueber⸗ bringer überlieferte es mir, ehe es an ihn gelangte.“
„Ein Liebesbrief?“ fragte Marlborough.
„Nein, ein Paar Worte, haſtig mit Bleiſtift geſchrieben, worin er gebeten wird, ſich morgen Abend um eilf Uhr am Gartenthor des Palaſtes einzufinden,“ ſagte die Herzogin.
„Dieß klingt wie ein Stelldichein!“ rief der Herzog.
„Freilich, aber nicht mit ihr ſelbſt,“ ſagte die Herzogin. „Er ſoll dorthin kommen, um die Königin zu ſprechen. Da⸗ von bin ich zur Genüge überzeugt. Aber ich will ſie über⸗ raſchen. Da ich den Schlüſſel zur Hintertreppe beſitze, ſo kann ich leicht bei dieſer Unterredung gegenwärtig ſein.“
„Ueberlegen Sie dieß lieber erſt noch,“ ſagte Marl⸗ borough.„Die Königin könnte über dieſe Unterbrechung ungehalten werden.“
„Ich habe Euer Durchlaucht ſchon geſagt, daß Sie ſie nicht kennen. Sie fürchtet ſich viel mehr vor mir, als ich vor ihr, und mit Recht. Wenn ſie ſich Harley's nicht ſchämte, ſo würde ſie ihn nicht ſo heimlich empfangen. Es wird genügen, dieſen Verkehr zu entdecken, um ihm ein Ende zu machen.“
„Ich will es hoffen,“ erwiederte der Herzog.„Aber


