—
34
fuͤr Beß Demdike, und nach fuͤnf Jahren gelang es ihr, ſich von ihrem Manne zu befreien, und ſeitdem herrſchte ſie allein in dem Thurme. Ihr boshafter Einfluß wurde jetzt in dem ganzen Diſtrict gefuhlt, und durch Drohun⸗ gen und durch wirkliches Unheil, welches ſie anrichtete, erpreßte ſie Alles, was ſie forderte. Wer ihr ihre Bit⸗ ten abſchlug, erfuhr ſogleich ihre Rache. Als ſie in der Fuͤlle ihrer Kraft war, erhob ſich eine Nebenbuhlerin in der Perſon Anna Whittle's, ſpäter unter dem Na⸗ men Mutter Chattor bekannt, den ſie durch Verheira— thung erhielt; und dieſes Weib ſtritt mit Beß Demdike um den Vorrang. Jede war bemuͤht, die Anhaͤnger ihrer Nebenbuhlerin zu beſchaͤdigen, und ſchrecklich war das Unheil, welches ſie anrichteten. Endlich aber er⸗ langte Mutter Demdike die Oberhand. Jahre ſind uͤber das Haupt der Alten dahingeflogen, und ihre verbreche⸗ riſche Laufbahn iſt bisher ungeſtraft geblieben. Man hat Plaͤne gemacht, ſie ber Juſtiz zu uͤberliefern, aber ſie ſind immer fehlgeſchlagen. Eben ſo ging es mit Mut⸗ ter Chattor. Ihre Laufbahn war eben ſo verderblich, wie die der Mutter Demdike.“
„Aber ihre Laufbahn iſt bald zu Ende,“ ſagte Potts,„und die Zeit zur Vernichtung der beiden alten Schlangen iſt da.“
„Ah! wer iſt da vor dem Fenſter?“ rief Sudall; „ſaͤßet Ihr nicht hier in meiner Naͤhe, ſo wuͤrde ich be⸗ haupten, Ihr ſaͤhet herein.“
„Es muß der Bruder des Herrn Potts, der Wald⸗ aufſeher ſein,“ bemerkte Nicolaus lachend.
„Achtet nicht auf ihn,“ rief der Anwalt aͤrgerlich;


