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war klar und trocken, und weder Wind noch Schnee erhöhten die heilſame Kälte der Jahreszeit. Das Waſ⸗ ſer lag in ſtarken gefrornen Maſſen um die Brunnen und Waſſerleitungen, und die Feuerkufen waren an ihre Unterſätze feſtgefroren. Die Straßen waren mit Eis be⸗ deckt und gefährlich für Reiter und Fuhrwerke; aber die Fußwege waren feſt und angenehm darauf zu gehen. Hie und da hatte man auf den Straßen Feuer ange⸗ zündet, um welche ſich zerlumpte Buben und Bettler verſammelt hatten und Stücke Fleiſch brieten, die ſie auf eiſerne Gabeln geſteckt hatten, oder tiefe Züge aus ledernen Bechern thaten, die ſie mit Meth oder Ale ge⸗ füllt hatten. Auf den freien Plätzen hatten ſich Men⸗ ſchenmaſſen verſammelt, welche die Wunder des Him⸗ mels betrachteten und ſie größtentheils als unheilvolle Vorbedeutungen anſahen, denn die meiſten bezogen dieſe Zeichen auf den baldigen Tod der Königin und auf die Ankunft eines neuen Monarchen aus dem Norden, was eine ſichere und leichte Auslegung war, wenn man das vorgerückte Alter und den geſchwächten Geſundheitszu⸗ ſtand der berühmten Eliſabeth nebſt der wohlbekannten Ernennung Jakob's von Schottland zu ihrem Nachfol⸗ ger in Erwägung zog.
Ungeachtet der frühen Gewohnheiten jener Zeit, hat⸗ ten ſich doch noch wenige Perſonen zur Ruhe begeben, denn es herrſchte eine allgemeiner Wunſch unter den Bür⸗ gern, das neue Jahr und zugleich das neue Jahrhun⸗ dert beginnen zu ſehen. Lichter ſchimmerten in den mei⸗ ſten Fenſtern und zeigten die grünen Zweige, die man
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