te
Des Jägers Dericht. 365
grauen,“ fuhr Franz darauf in gewöhnlichem Tone fort,„und der Herr Baron wollten ſeine Toilette machen, doch hatte er Alles mitzunehmen vergeſſen. Ich ſorgte ſo gut als möglich dafür und nachdem ich ihm das Haar einigermaßen arrangirt, zog er ſein Schnupftuch hervor zand roch daran. Ich wollte, ſprach er als⸗ dann, daß ich nicht vergeſſen hätte, geſtern Abend noch ein paar Tropfen aufzuträufeln. Ich liebe den Geruch und er hätte mir ſo manche Erinnerung noch einmal friſch vor die Seele geführt.“
„Coeur de rose,“ ſagte nachdenkend der Graf.„Wer hätte das gedacht, als wir uns hier vor einigen Monaten über ſein Odeur luſtig machten. Doch weiter!“
„Er gab mir einige Briefe, um ſie auf die Poſt zu werfen. Die Piſtolen nahm er ſelbſt unter den Mantel, dann verließen wir das Haus, gingen durch Königshofen durch und ſtiegen hinter dem Dorfe die Anhöhe hinauf.“
„Der Weg führt nach einer einſamen Waldlichtung, ich kenne ihn wohl,“ ſprach nachdenkend der Major.
„Und was dachteſt du von allem dem?“ fragte der Graf ſeinen Jäger.
„Faſt das Gleiche fragte mich der Herr Baron, als wir den Wald hinauf gingen. Ich antwortete ihm, er könne wohl ein Duell vorhaben, doch ſähe ich weder Gegner noch Secundaten. — Die kommen Alle von der andern Seite, entgegnete er mir. Und du biſt wohl klug genug einzuſehen, daß hier eine Sache vor ſich geht, die mit großer Heimlichkeit betrieben werden muß.“
Der Major wechſelte mit ſeinem Freund einen bedeutſamen Blick, welch Letzterer die Achſeln zuckte und ſehr ernſt nach Oben ſah.
„Ja, ich habe ein Duell vor, ſo fuhr der Baron fort, und einen gefährlichen Gegner. Ich weiß wohl, wie der ſchießt, ſagte
=
8
——


