352 Vierundachtzigſtes Kapitel.
Herzog,„ſehr zufrieden.“ Damit erhob er ſeine Augen, maß den Raum zwiſchen ſich und der Thüre, blickte den Kammerdiener eine Seeunde feſt an, und deſſen Abſicht durchſchauend nickte er leicht mit dem Kopfe.
Die Thüre flog zu, der Präſident ſchrie laut auf, der Polizei⸗ Commiſſär rannte an das Fenſter, und während der Herzog wie ein Beſeſſener lachte und jubilirte, hörte man drunten vor dem Hauſe das Rollen eines Wagens und den ſcharfen Trab zweier ungeduldigen Pferde, die des langen Wartens müde, nun mit voller Kraft über das Pflaſter dahingingen. Man konnte nicht drei Secunden zählen, ſo wurde das Rollen ſchwächer und verlor ſich in der Ferne. In dieſen drei Secunden aber war die Beſchäf⸗ tigung der Anweſenden im Vorzimmer des Barons ſehr bemer⸗ kenswerth und bezeichnend.
Kaum hatte der Kammerdiener die Thüre zugeſchlagen, ſo warf er ſich mit ſeinem Körper gegen dieſelbe und mit einem Blicke, als wollte er ſagen: nur über meine Leiche geht der Weg über dieſe Schwelle, einem Blicke, vor dem der Präſident, der hinaus wollte, zurückſchrack und darauf in ſeiner Gemüthsbewegung mit beiden Händen an ſeiner Naſe riß, wie es andere Menſchen wohl mit ihren Haaren zu machen pflegen. Der Polizeicommiſſär hatte verſucht, ein Fenſter zu öffnen, doch war daſſelbe von innen mit feſtſchließenden Läden verſehen, und ehe er die Riegel derſelben losbrachte, deutete ihm ſchon das Rollen des Wagens an, daß alle ſeine Bemühungen vergebens ſeien.
Der Herzog hatte ſich in einen Stuhl geworfen, und je größer augenblicklich die Verwirrung im Zimmer war, deſto toller lachte er.
„Wir haben ja einen reitenden Gensdarmen in der Nähe,“ ſprudelte endlich der Präſident, zu gleicher Zeit heftig nach Athem


