Teil eines Werkes 
4. Bd. (1854)
Entstehung
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Siebenundſechszigſtes Kapitel.

Schuld, fuhr er mit einem trüben Lächeln fort,warum brachten Sie mich zu einem ſolchen Herrn.

Nun meinetwegen, ſei es darum. Das ſoll uns nicht ent⸗ zweien. Er ſtand ruhig von ſeinem Stuhle auf, ehe er aber den Tiſch verließ, blickte er den Jäger feſt an, und als er das ein paar Secunden gethan, wurden ſeine energiſchen Züge weicher; etwas Wehmüthiges erſchien auf denſelben. Dann ging er raſch zur Thüre, die ſich, ſowie er die Hand auf die Klinke legte, wie von ſelbſt öffnete; er reichte den Brief hinaus und ſagte:Das Siegel behutſam ablöſen!

Unſichtbare Hände ſchienen ihn in Empfang zu nehmen, den Befehl augenblicklich zu vollziehen und ihm das geöffnete Schreiben zwiſchen den Vorhängen der Thüre wieder zu überreichen.

Er trat an den Tiſch zurück und überflog den Brief. In demſelben ſtand:Verzeihe mir, Eugenieah! das Sie wäre glücklich überſprungen, murmelte er,daß ich dich durch dieſes Schreiben mit einer Bitte beläſtige. Heute Abend wird bei Ihrer Hoheit der Frau Herzogin die Zuſammenkunft ſtattfinden, wo man über die Coſtüme zu dem bevorſtehenden Maskenball berathet. Wenn es dir möglich iſt, die Farbe des deinigen ſo zu wünſchen, daß du ein weißes Band darauf anbringen kannſt, ſo wird mich das unendlich glücklich machen. Morgen will ich dir ſagen, weßhalb ich dieſe ſonderbare Bitte ſtelle. Teufel! dachte der Leſer,er geht gerade darauf los. Da wird der Herzog einen ſchweren Stand haben. Nun, ich wünſch' es dem Grafen, wenn er baldigſt die Braut heimführt; es iſt das eine noble Seele, ſie nicht minder, es iſt ein Paar, das Gott in der allerbeſten Laune juſt für einander erſchaffen zu haben ſcheint. Er faltete den Brief zuſammen; die unſichtbare

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