A
ͤͤ-—-—-–—–- – – 1l1l1iI ⁄
12 Siebenundſechszigſtes Kapitel.
Alles, was Sie an mir gethan. Und dieß Gefühl iſt es auch, welches mich zwingt, Ihnen—— dieſen Brief zu uͤbergeben.— Es iſt ein Verrath an meinem Herrn, aber ich kann nicht anders.“
„Ei, ei, ein zierliches Briefchen!“ lachte der Andere, indem er das Schreiben entgegen nahm.„Die Aufſchrift kann ich mir denken.— Fräulein Eugenie von S.— Dergleichen wirſt du viele zu überbringen haben, Joſef.“
„Es iſt der erſte, Herr,“ verſetzte der Jäger ſehr ernſt;„und deßhalb dachte ich mir, Sie werden einen Werth darauf legen.“
„Vielleicht,“ ſagte der Andere achſelzuckend;„doch wird nicht viel Intereſſantes darin ſtehen; einige Liebesbetheuerungen, Verſprechen ewiger Treue, ſo was dergleichen. Wann ſchrieb es der Graf?“
„Seine Erlaucht kamen vor einer Stunde mit dem Herrn von Steinfeld von einer Whiſtpartie, ich glaube bei dem Herrn Major von S. Der Herr Graf waren verdrießlich und erregt, und ſprachen, während ſie ſich umkleideten, viel mit dem Herrn von Steinfeld.“
„So, ſo! Und was zum Beiſpiel?“
„Seine Erlaucht ſagten: der Herzog wird wahrhaft uner⸗ träglich; haben Sie je ſo Etwas erlebt? Bietet mir da— frei⸗ lich unter vier Augen— eine ſo unſtnnige Wette an,— eine Wette, die, wenn er vielleicht mein Verhältniß zu Eugenie ahnt, an's Unverſchämte grenzt.“
„Brav, Joſef! Du haſt gut behalten.— Und die Wette?“
„Sie betraf Fräulein von S. Der Herr Herzog wollte es nämlich von hier bis über acht Tagen dahin bringen, daß bei dem großen Maskenballe, der am Hofe ſtattfindet, das Fräulein
in ihrem Anzuge Bänder von den Farben des Herrn Herzogs
tragen ſolle.“
——


