neuen Herrn. Doch wer beſchreibt ſein Erſtaunen, als ihn eine be⸗ kannte Stimme anredete, und er aufblickend in dem Kalifen Almanſor den Schech Harun erkannte, der ihm in der Wüſte von ſeinem Bruder angeblich die Grüße des Friedens überbrachte.
Man kann ſich leicht denken, daß Muſtapha mit aller Herzlichkeit empfangen wurde, und es verſteht ſich von ſelbſt, daß ihm die Aemter, die er unter dem früheren Kalifen beſeſſen, alle wieder ertheilt wurden. Er dankte dem Kalifen gerührt für ſeine Gnade und wußte ſich vor Freude über den glücklichen Ausgang ſeines Pilgerzugs kaum zu faſſen. Doch wer beſchreibt ſein Entzücken und ſeinen Stolz, als Prinz Ab⸗ dallah jetzt die Hand Zemirens ergriff und den alten Mann bat, ſie ſeinem Vater, dem Kalifen, als ſeine geliebte Braut vorſtellen zu dürfen.
Alle prieſen Gott und lobten den Propheten und kurze Zeit da⸗ rauf wurde die Vermählung des glücklichen Paars mit unerhörter Pracht gefeiert.
Als nach einigen Monaten die Karavane glücklich aus Mekka zurückgekehrt, hatte der Oberſchatzmeiſter Muſtapha, der ſich lebhaft der Mährchen erinnerte, die ihm in der Wüſte jener alte Mann am Feuer erzählt, nichts Eiligeres zu thun, als ihn aufſuchen zu laſſen. Glücklicher Weiſe war er auch nicht den Mühſeligkeiten der Reiſe er⸗ legen, und erhielt zu ſeinem nicht geringen Schrecken einen Befehl, vor dem Oberſchatzmeiſter des Kalifen zu erſcheinen. Doch wie groß war ſeine Freude, und wie erſtaunte er, als er in Muſtapha jenen fremden Mann wieder erkannte, den er für einen Kameeltreiber ge⸗ halten und dem er ſeine Mährchen erzählt.
Muſtapha behielt ihn bei ſich und noch lange Jahre verſammelten ſich Prinz Abdallah und Zemire bei ihrem Vater in der ſchönen Halle am Nil, wo ihnen der alte Mann noch manch ſchönes Mährchen er⸗ zählte, von denen ich vielleicht ſpäter noch einiges meinen Leſern mit⸗ theilen werde.


