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Der arme Emir befand ſich wirklich in einer peinlichen Lage. Sollte er dem Befehl ſeines Herrn gehorchen und umkehren? Was konnte ihm das helfen? Denn es war nur zu gewiß, daß ihn die Araber aufhalten würden, auch war er viel zu ſchwach, um ſich den Durchgang zu erzwingen. Der Mameluke, der die Botſchaft gebracht, bat, ſich entfernen zu dürfen und begab ſich nach erhaltener Erlaubniß augenblicklich ins Lager.
Unterdeſſen war der Tag herangebrochen, und der Emir, der nichts Beſſeres zu thun wußte, ließ der Karavane ſeinen Befehl ver⸗ künden, auch heut noch einen Ruhetag zu halten. Wenn dieſer Be⸗ fehl geſtern mit einer allgemeinen Freude war empfangen worden, ſo wurde er doch heute dagegen minder gut aufgenommen.
„Was will der Emir el Hadſch?“ rief das unruhige Volk. „Sollen wir unſere Vorräthe hier verzehren, um am Ende der Reiſe Hungers zu ſterben?“—„Es iſt ſehr ſchlimm,“ ſagten die klügeren Männer, ſo wie die, zu deren Ohr ſchon die Kunde vom Ueberfall der Araber gedrungen war,„es iſt ſchlimm, und nicht weiſe gehandelt vom Emir,“ ſagten ſie; anſtatt hier liegen zu bleiben, ſollte er uns eilig gen Mecca führen, denn dort könnte er in aller Ruhe den Ver⸗ lauf der Dinge abwarten.“ Am meiſten aber ſchrieen und lärmten die jungen und reichen Türken, die ſich hier zur Unthätigkeit verdammt ſahen, während ſich in Kairo ihre Brüder im Kampfe gegen die Ara⸗ ber Lorbeeren verdienen konnten, kurz, das ganze Lager war in einer ſchlimmen Aufregung, und mehr als einmal im Lauf des Tages er⸗ ſchienen ältere Männer aus dem Volte, um den Emir wegen ſeines ferneren Vorhaben zu befragen. Doch dieſer machte es wie die meiſten vor⸗ nehmen Herrn in ſolchen kitzlichen Fällen und war für Niemanden zu ſprechen.
So verfloß auch dieſer Tag, und der Emir, dem heute mehr als je darum zu thun war, die Stimmung des Volkes zu erfahren, legte die ſchlechten Kleider an, die er gewöhnlich bei ſolchen Ausgängen zu tragen pflegte, und begab ſich ins Lager zu ſeinem alten Freunde, den er auch wie immer mit ſeinen jungen Begleitern um das Feuer herum⸗ ſitzen fand. Nach dem Gruße des Friedens brachte der Emir gleich das Geſpräch auf die Gerüchte von den Ueberfällen der Araber, wo⸗
rauf der alte Mann mit leiſer Stimme verſicherte, er wiſſe beſtimmt,
daß ſich der Emir el Hadſch in einer ſehr üblen Lage befände.„Es i*ſt eine ſchlimme Zeit für den Herrn,“ ſagte er,„und ich möchte nicht


