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Der Pilgerzug nach Mekka : morgenländische Sagen und Erzählungen / von F. W. Hackländer
Entstehung
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laſſen, indem Alles auf ihnen ſchläft mit Ausnahme des Steuermannes, der hinten am Ruder auf den untergeſchlagenen Beinen ſitzt und aus der langen Pfeife dichte Rauchwolken emporwirbelt. Die großen Se⸗ gel der aufwärts fahrenden Schiffe ſind herabgelaſſen und das Fahr⸗ zeug ſelbſt liegt, wenn der Wind nicht ſehr günſtig iſt, unbeweglich zwiſchen dem Schilf des Ufers. Die Ruderer ſind an's Land gegan⸗ geu, haben ihr Oberkleid über den Kopf gezogen und ſchlafen in lan⸗ gen Reihen, um ſich zu der morgenden harten Arbeit wieder zu ſtär⸗ ken. In ſolchen Stunden herrſcht an den Ufern des Nils eine feier⸗ liche Stille, und ein ſcharfes Ohr könnte den Sand rauſchen hören, den ein leichter Windſtoß in der benachbarten Wüſte aufwirbelt, wenn an den Ufern des Fluſſes in den verſchiedenen Landhäuſern und Pa⸗ läſten nicht die große Menge von Springbrunnen wäre, deren Plät⸗ ſchern wie das Picken unſerer Uhren bei Nacht ſelbſt in der Ferne hörbar iſt.

So ruhig war alſo auch die Nacht vor der Abreiſe der Pilger⸗ karavane an den Ufern des Nils und eine Todtenſtille lag über dem Palaſte des Emir el Hadſch. In dem Hofe deſſelben, der an die Straße ſtieß, lagen die Kameele, die erſt morgen früh mit den nöthig⸗ ſten Sachen beladen wurden. Sie lagen auf ihren Knieen um ein großes Tuch voll Futter und ſahen ſich wiederkäuend mit den großen klaren Augen an. Die Treiber ruhten zwiſchen ihnen und ſchliefen mit dem Kopf auf den Knieen der Thiere. In den Zimmern des Hauſes ſelbſt ruhten die ermüdeten Sclaven von ihrer Arbeit und träumten von den Mühſeligkeiten oder auch vielleicht von den Freuden der bevorſtehenden Reiſe.

Selbſt Haſſan, der Haushofmeiſter, war endlich eingeſchlafen, nachdem er ſich eine Stunde lang auf ſeinem Lager umhergewälzt und überlegt hatte, wie beträchtlich er ſein Vermögen hätte vermehren kön⸗ nen, wenn er, ſtatt die Pilgerfahrt nach Mecca mitzumachen, hätte zu Hauſe bleiben können, um als ein getreuer Diener den Palaſt ſeines Herrn zu verwalten. Da wurde plötzlich an der Treppe, die zur großen Halle auf den Nil führte, ein Geräuſch hörbar, als ſtreifte ein Nachen, von einem kräftigen Ruder geführt, hart an die Steine der Terraſſe, und ſo war es auch. Eines jener leichten, zierlich geſchnitz⸗ ten Boote, deren ſich vornehme Türken zu bedienen pflegen, um über den Nil zu ſetzen, legte ſich an den Palaſt des Emirs, und derſelbe junge Mann ſprang heraus, der heute Morgen im Hofe jenen Streit