Druckschrift 
Bilder aus dem Soldatenleben im Kriege / von F. W. Hackländer
Einzelbild herunterladen

261

folgten, blickten unter ihren Bärenmützen gar ſtolz, ja ſogar etwas verachtend auf die zahlloſe Menſchenmenge.

Auf dem Domplatz, wo das Gedränge wahrhaft ungeheuer war, konnten die Stabsdragoner und Sere ſchaner nur mühſam Platz machen für den Feldmarſchall und ſein Gefolge, das ſich hinter ihm aufſtellte, denn der Feldherr ließ die ſiegreich einrückenden Truppen hier vorüberziehen.

Wie ſchon beim Einzuge, ſo herrſchte auch hier unter den verſammelten Zuſchauern Todesſtille; es war, als halte Jeder den Athem an ſich und wage auch nicht das geringſte Geräuſch zu machen. Vorüber an dem prachtvollen Dom, der ſchon auf ſo viele Heere herabgeblickt, zogen die Grenadiere mit ruhigen feſten Schritten. Die Feldmuſik ſpielteGott erhalte unſern Kaiſer und die lauten herzlichen Vivats, Eljens und Evviva's der Truppen begrüßten den Feldherrn, die eroberten feindlichen Kanonen raſſelten auf dem Pflaſter, von den Italienern mit Verwünſchungen be gleitet, ohne daß eine Bewegung unter den Volks haufen ſichtbar geweſen wäre.

Plötzlich aber neue ungeheure Vivats der anrücken den Grenadiere. Alles ſchaut nach der engen Gaſſe, aus welcher unſere Soldaten wie endlos hervorkommen, immer neue Bataillone, auf den Balkonen geräth Alles in Bewegung und dieſe Bewegung gewaltig wachſend,