iſt ſie ſelbſt, befreundet mit dem höchſten Weſen, über—edes unangenehme Ereigniß erhaben.
Die Religion lehrt uns Gott kennen, als den allgegenwärtigen Zeugen unſrer Geſinnungen und Thaten, deſſen Beifall unſer höchſtes Gluck, deſſen Mißfallen unſer tiefſtes Elend iſt. Wird die Seele der Verſuchung zum Böſen leicht nach⸗ geben, in welcher die Erinnerung an ihn ſtäts lebendig iſt? Wird ſie, wenn die natürlichen Be⸗ wegungsgründe der Pflicht nichts mehr vermögen, wenn die Liebe erkaltet, nicht noch Antrieb ge⸗ nug haben, das beſchwerliche Geſchäft, die an⸗ ſtrengungsvolle Arbeit zu vollenden? Wird nicht das Beſtreben, der Liebe dieſes Gottes wehrt zu ſeyn, jede Anwandlung von Widerwillen unter⸗ drücken?
Die Religion gewährt uns entzückende Aus⸗ ſichten in eine beßre Welt. Einſt ſoll jede gute That belohnt, jedes Opfer bezahlt, jeder Sieg uͤber uns ſelbſt gekrönt werden; einſt ſoll dem un⸗ bemerkten Verdienſte ſeine Ehre widerfahren. Je⸗ de Verläugnung iſt herrlicher Gewinn, jeder un⸗ terdrückte Wunſch, jedes freiwillig uͤbernommene
Leiden Verheißung eines reichen Erſatzes. Kann
bei, dieſer Hoffnung Ihnen ije ausgehen der Muth
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