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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
Entstehung
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Wollen Sie ſich von dem bisher Genannten unter allen Umſtänden glücklichen Erfolg verſpre⸗ chen: dann muß ſich die göttliche Kraft der Religion damit vereinigen. Glaube und Hoffnung müſſen hinzu kommen, damit das Pflichtgefühl ſo mächtig, die Liebe ſo rein und feu⸗ rig werde, als es zu einer immer ſiegenden Stär ke der Seele nöthig iſt. Aber nichts wird Ihre Seele ſo feſt machen unter den Stürmen des Un⸗ gläckes, als der Glaube, daß Sie auch in den dunkelſten Nächten des Lebens von dem Schutze eines allmäͤchtigen Freundes umgeben ſind, daß alle Ibre Schickſale von einer unſichtbaren Hand mit unendlicher Weisheit und Güte geleitet wer⸗ den, daß Sie nur das verlieren können, was Ih⸗ nen ſchädlich ſeyn würde, wenn Sie es behielten, daß jeder Schmerz Prüfung, Mittel, das Herz zu läutern, die Tugend und Glückſeligkeitsem⸗ pfänglichkeit zu erhöhen iſt, und daß alles einſt einen glücklichen Ausgang gewinnen wird. Was wäre ſo hart, das in dieſem Glauben nicht ge⸗ duldet werden könnte? Was ſo ſchrecklich, daß Sie in demſelben dabei verzagen duͤrften? Wenn Vertrauen auf Gott die Seele beherrſcht: dann iſt die Gewalt der Erde für ſie vernichtet; dann