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Reden an Gebildete aus dem weiblichen Geschlechte / von Friedrich Ehrenberg
Entstehung
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Alle Staͤrke iſt Vollkommenheit, und verdient als ſolche Auszeichnung. Wie viel mehr denn, wann Sie Stärke des Edelſten in der menſchlichen Natur, wenn ſie Stärke der Seele iſt! Stärke der Seele vergütet alle anderweiti⸗ gen Mängel. Mag das Weib in mancher Hin⸗ ſicht ſchwach ſeyn; man wird ihm das nicht mehr zum Vorwurfe machen, man wird es nur um ſo höher achten, wenn es Stärke der Seele beſitzt. Soll man es in ſeiner Schwäche liebenswürdig finden? dann muß ſich, läuternd, bildend, befe⸗ ſtigend und erhöhend, diejenige Stärke mit ihr vereinigen, welche allein von der Seele, dem Freien und Göttlichen kommet. Ja, alle Eigen⸗ ſchaften, in denen das Weib gefält und entzuͤckt, haben nur in ſo fern wahren Wehrt, als Stärke der Seele in ihnen iſt. Liebe, ohne Stärke der Seele, iſt nicht mehr, als ſchwache Gutmüihig⸗ keit, flüchtige Aufwallung oder ein, in eigner Gluth, ſich ſchnell verzehrender Affekt. Soll ſie ſich zum göttlichen Leben erheben; dann muß ſie, von göttlicher Kraft erfüllt, das ganze Herz durch⸗ dringen, und alles wagen, dulden und aufopfern können. Hingebung, ohne Stärke der Seele, iſt nicht mehr, als Ohnmacht, Trägheit oder Gleich⸗ gültigkeit, die, weit entfernt, uns anzuziehen,

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