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Einem unterrichteten Auge, das mit den Sitten und Gewohn⸗ heiten der Indianer vertraut geweſen wäre, hätte es nicht entgehen können, welcher von den ausgezeichneteren Häuptlingen wieder der einflußreichſte war. Der Krieger mit dem Turban, deſſen wir ſchon öfters Erwähnung gethan haben, nahm die Mitte der Gruppe ein, und zwar ganz in der würdevollen und ruhigen Stellung eines indianiſchen Häuptlings, der entweder den Anſichten Anderer lauſcht, oder ſeine eigenen Meinungen zu erkennen gibt. Meſſer und Toma⸗ hawk ſteckten in ſeinem Guͤrtel; ſeine Muskete aber hatte er einem niederen Krieger zur Aufbewahrung übergeben. Ueber ſeiner linken Schulter hing, in ſchönen Faltenwurf geordnet, ein ſcharlachrothes leichtes Gewand, welches den Arm nackt und die breite Bruſt zur Hälfte unbedeckt ließ. Von dieſer Bekleidung träufelte Blut herab und befeuchtete den Boden, auf dem er ſtand. In ſeinem Antlitze ſprach ſich indeß nichts als gelaſſene Ruhe aus; und nur ſein Auge, das in raſtloſer Bewegung umherblitzte, ließ erkennen, daß weder ſein Geiſt noch auch der den Indianern angeborene Argwohn ſchlummerte.
Zwei an ſeiner Seite ſtehende Häuptlinge hatten, wie er ſelbſt, bereits die Jahre der reiferen Maͤnnlichkeit überſchritten, und zeigten in ihren Zügen ganz den Geiſt und Ausdruck des Erſteren, nur vielleicht etwas weniger deutlich ausgeprägt. Auch bemerkte man in ihrem Geſicht keine Zeichen verhaltenen Mißmuths, welche bisweilen, trotz aller Gewalt, die Jener ſich anthat, bei ihm her⸗ vortraten. Einer von den letzteren Häuptlingen war im Sprechen begriffen, und ſein Blick verrieth den Gegenſtand ſeiner Worte, indem er auf einem vierten Häuptling haftete, der indeß weit genug von den Vorigen abſtand, um den Inhalt der Rede nicht verſtehen zu können.*
Dieſer letzte Häuptling war jener junge Krieger, welcher vorhin im Begriff geſtanden hatte, ſich mit dem jungen Marcus im Zwei⸗ kampfe zu meſſen. In würdevoller Ruhe ſtand er da, und keine Spur von Leidenſchaft zeigte ſich in den wie aus Marmor gemeißel⸗ ten Zügen ſeines edeln Antlitzes. Mit der einen Hand ſtützte er ſich leicht auf ſeine Muskete, und am Gelenke der anderen hing der gefährliche Tomahawk, von deſſen Schneide einige helle Bluts⸗ tropfen auf die Erde hinabrieſelten. Es war das Blut der von ihm Erſchlagenen, denn er ſelbſt hatte im Kampfe nicht die leichteſte Wunde empfangen.
Der junge Krieger war an Geſtalt und Zügen das Muſter⸗


