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der unteren Eingangsthüre etwa nähern mogten, geſchoſſen werden konnte. Zu dieſem Zwecke dienten auch die bereits erwähnten Schießſcharten, welche nebenbei die Stelle von Fenſtern vertreten mußten; und obgleich das ganze Gebaͤude hauptſächlich zur Verthei⸗ digung eingerichtet war, ſo konnte es doch auch zugleich zu einem nicht ganz unbequemen Aufenthalte für die Familie dienen, wenn ſie je einmal durch drängende Feinde gezwungen worden wäre, ihre Zuflucht in dem feſten Gebäude zu nehmen. Gerade unter dem Dache befand ſich noch ein Gemach, das zwar nicht unmittelbar zur Vertheidigung ſich eignete, aber trotzdem bei ſeiner hohen Lage einen Nutzen gewährte, welchen man nicht überſehen hatte. Es war hier hinauf eine kleine Kanone gebracht worden, und alle In⸗ dianer, die ſeit langen Jahren Zufall oder Abſicht in das Thal geführt hatte, konnten ihre drohende Mündung durch eine jener Oeffnungen klaffen ſehen, welche in neuerer Zeit mit Glasfenſtern verſehen worden waren. Vielleicht trug der Anblick dieſer Kanone mehr als alles Andere dazu bei, den bisher ungeſtörten Frieden des ſchönen aber einſamen Thales aufrecht zu erhalten. Der alte Kapitän hielt ſich oft und gern in dieſem Gemache auf, und ſein Sohn ſowohl, wie alle Bewohner der Anſiedlung, wußten, daß er oft ganze Nächte einſam und allein in demſelben zubrachte, indem er auf einer Matratze ſchlummerte, für deren Hinaufſchaffung Con⸗ tent Sorge getragen hatte, ſobald er die Liebhaverei ſeines Vaters bemerkte.
Für jetzt hatte Content es nur mit dem untern Gemache zu thun, in welchem der junge Indianer gefangen ſaß, und indem er die Leiter hinanſtieg und die Fallthüre öffnete, machte er ſich ſtille Vorwürfe darüber, daß er den Knaben mit ſeinen gewiß recht trau⸗ rigen Gefühlen ſo lange allein gelaſſen hatte.
Der junge Indianer ſtand vor einer der Schießſcharten, und blickte durch dieſelbe in den Wald hinaus, den er geſtern noch in Freiheit und feſſellos hatte durchſtreifen können. Seine Gedanken mogten wohl tief und lebhaft ſein; denn er ſchien nicht einmal das Geräuſch zu vernehmen, welches Content beim Hinaufſteigen und dem Oeffnen der Fallthüre nothwendig verurſachen mußte. Der Anſiedler betrachtete ihn einen Augenblick nachdenklich, und ſagte dann mit ſanfter und milder Stimme:
„»Komm, Knabe, und verlaß dein Gefängniß. Was auch die Urſache deines Kommens ſei, du ſollſt mich nicht rachgierig finden. Komm, du biſt ein Menſch, und wirſt menſchliche Bedürfniſſe ken⸗
Narramatta und Conanchet. 2


