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Das Glück reich zu sein / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von August Scheler
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Ei, du Troͤpfchen, lachte das Fiſcherweib;moͤchteſt vielleicht, daß man die Diebe gar laufen ließe?

Das Maͤdchen wollte antworten, aber da ſteckte ein altes Weib ihren Kopf in den Kreis und ſagte:

Jeſus Maria, habt ihr denn auch gehoͤrt, wie Hans⸗Spaß ſeinen Schlag ausgefuͤhrt?

Alle ſchauten neugierig auf.

Denkt euch einmal! begann ſie;ja, du liebe Zeit, wer moͤchte noch Jemand trauen; aber ich hab's immer geſagt und ſage es noch, es ſollte von Polizei wegen verboten ſein, ſo viel Gold in den Fenſterauslagen zur Schau zu ſtellen. Denn, wenn ſo ein armer Schlucker vor dem Laden eines Geldwechslers ſtehen bleibt und ſeine Augen auf die Haufen Geldſtuͤcke fallen laͤßt, iſt es als ob der Teufel uͤber ihn kaͤme. Ich bin alt, und doch muß ich geſtehen, daß, ſo oft ich vor einer Wechslerauslage vorbeigehe, und das Geld blinkt mir ſo lockend entgegen, es mir gewaltig im Herzen zu klopfen anfaͤngt und es mir wirr wird im Geiſte. Es iſt als ob ich Angſt davor kriegte. Vorgeſtern ſagte ich noch zur Thereſe, der Waſchfrau, die auch ſo gerne mit ihren Kindern vor den Fenſtern ſtehen bleibt: Paßt auf, Thereſe, der Weg nach dem Schaffot fuͤhrt hier vorbei!

Ihr habt Recht, bemerkte der Buͤrſtenbinder;mancher iſt durch den bloßen Anblick des Geldes ein Boͤſewicht geworden.

Aber auch wenn einer ſieben Kinder zu Hauſe hat, die vor Hunger und Kaͤlte zuſammenſchrumpfen, murrte ein Arbeiter,und er ſieht ſo ganze Stoͤße Goldes unbenutzt da liegen, wovon ein einzi⸗ ges Stuͤck ihn und ſeine Kinder gluͤcklich machen koͤnnte, da moͤchte man leicht verſucht werden, ſeine Pflicht zu vergeſſen...

Aber, Mutter Bethe, was wolltet ihr denn vorhin von Baes Smet eigentlich erzaͤhlen, fragte Jemand.