27 faͤllt mir etwas auf den Fuß, daß ich gerade haͤtte aufſchreien mogen....“
„Ein Klumpen Gold?“
—„Nein, wie geſagt, ein ganzer Sack voll gemuͤnztes Geld! Beim Fallen riß er entzwei und es rollte daraus eine Unzahl Gold⸗ und Silberſtuͤcke uͤber den Boden... Ich war, wie du dir denken kannſt, wie vom Blitze geruͤhrt, die Lampe fiel mir aus der Hand und es uͤberlief mich ein Schuͤtteln, daß ich mich an der Mauer feſthalten mußte, um wieder herunter zu kommen. Es drehte ſich Alles vor meinen Augen; kurz ich war wie betrunken... Nun komm; aber gehe auf den Zehen und ſprich ſo leiſe, als es dir nur immer moͤglich iſt.“
Auf dem Boden angekommen, fuͤhrte der Schornſteinfeger ſeine Frau nach dem mittlern Balken und wandte das Licht nach einem großen ledernen Sack, der mitten unter herumge⸗ ſtreutem Gelde auf dem Boden lag.
Baeſin Smet fiel mit einem erſtickten Freudenſchrei auf die Kniee nieder, riß den Sack noch weiter auf, ſteckte ihre Haͤnde mitten in die Goldſtuͤcke hinein, blieb eine Weile in ſtiller Verwunderung verſunken, ſprang dann wieder auf, tanzte wie von Sinnen durch den Speicher und rief endlich mit lau⸗ ter Simme:
„Ach! ich erſticke; ich halt's nicht laͤnger aus; ſprechen muß ich. Lieber Himmel, ſo ſind wir am Ende doch reich geworden.“
Erſchrocken faßte ſie der Schornſteinfeger nicht gar ſanft beim Arm und legte ihr die Hand auf den Mund, indem er ihr mit drohender Geberde zufluͤſterte:.
„Unvorſichtige Naͤrrin, ſchweig, oder ich kneipe dir den


