Junge des ganzen Viertels iſt,“ ließ eine Dritte vernehmen. „Des Sonntags, wenn er gewaſchen iſt, da gehts noch an, aber in der Woche kann man ihm ja nicht einmal die Hand geben oder man muß ſofort zur Pumpe ſpringen; und wenn man ihn anreden will, hat man beſtaͤndig das ſchwarze Geſicht vor den Augen. Pfui! es iſt zum Davonlaufen. Wenn er lacht und ſeine weißen Zaͤhne blicken laͤßt, ſchneidet er ein Geſicht wie ein Hund, dem man ſpaniſchen Pfeffer zu freſſen gegeben...“
—„O die boͤſen Zungen,“ ſiel Annamarie der Klatſcherin in die Rede...„Pauw iſt der beſte Junge von der Welt; er weiß die artigſten Lieder, tanzt, ſpringt und verſteht ſich vortrefflich darauf, die ganze Straße zu beluſtigen. Wo er erſcheint, ver⸗ breitet er Froͤhlichkeit und verſcheucht jeden Mißmuth. Und wenn er gar des Sonntags mit ſeinem blauen Frack einhergeht, den Kopf aufrecht und die Muͤtze auf der Seite— da muß man geſtehen, daß er doch ein ſchoͤner Burſche iſt, und der Kaͤthe Recht geben, daß ſie ihn gern ſieht, zumal da ihre Eltern damit einverſtanden ſind.“
In dieſem Augenblick vernahm man aus der Ferne den Ruf:„Ap, ap, ap“*) uͤber die enge Straße erſchallen.
„Ho, da kommt der Pauw mit ſeinem Vater,“ riefen ſie ſaͤmmtlich unter froͤhlichem Gelaͤchter.„Hans⸗Spaß und Pauwken⸗ Frohmuth!“
An dem einen Ende der Straße, ziemlich weit von den Maͤdchen ſchritt ein Mann von etwa fuͤnfzig Jahren, noch ruͤſtig und kraͤftig, leichten Trittes und mit gerade emporgerichtetem
*) Es ſind dieß die in Antwerpen uͤblichen Toͤne, womit die Ka⸗ minfeger, uͤber dem gefegten Schornſtein hervorragend, die Beendigung ihrer Arbeit ankuͤndigen.


