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Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
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Beweis deſſen, was ſie anzurichten vermag, vor Augen gehabt. Lukas auch; aber wer kann in die Zukunft blicken? Ein Unfall, eine Widerwaͤrtigkeit ſtellt ſich ein; da trinken die Maͤnner gerne ein Glaͤschen, um ſich den Verdruß wegzuſchwemmen, wie ſie ſagen, und oft iſt es nach dieſem Glaͤschen um ihr ganzes Le⸗ bensgluͤck geſchehen. Da habt ihr zum Beiſpiel, droben auf dem Lyſterberg, den Weber Mees; bis ins vierzigſte Jahr iſt er ein ehrlicher Mann geblieben, der redlich ſein Brod verdiente. Da wird ploͤtzlich eines ſeiner fuͤnf Kinder durch des Brauers Pferd todt geſchlagen; außer ſich vor Schmerz, laͤßt er ſich von ſchlechten Freunden verleiten, um ſich die Seele wieder aufzuheitern, zum erſten Mal in ſeinem Leben ein Schnaͤpschen zu trinken. Aber was geſchah; der Weber Mees iſt ein Saͤufer geworden und ganz und gar zu Grunde gerichtet. Um ſich den Kummer um den Tod eines einzigen ſeiner Kinder zu vertreiben, hat er die vier uͤbrigen an den Bettelſtab gebracht. Ja, Clara, wenn es auf den Doͤrfern nicht beſſer wird mit dem leidigen Branntwein⸗ trinken, dann werden wir noch Schlimmes erleben. Waͤre es noch ſo, daß die Trunkenbolde allein dabei litten, dann koͤnnte man ſich drein ergeben und ſagen: Sie haben ihren gerechten Lohn; aber daß Frau und Kind, oft auch noch Mutter und Vater, daruͤber vor Hunger vergehen und ſich zu Tode graͤmen muͤſſen vor Elend und Schande, das iſt doch nicht recht und ich hehaupte, daß ein Trinker kein Herz im Leibe haben muß, um unſchuldige Weſen ſo unmenſchlich zu vergeſſen und ſie wiſſent⸗ lich und willentlich leiden zu machen... Aber ihr ſttzt ſo ſtill da, Clara? Ihr denkt wohl an etwas Anderes.

Ich bin verſtimmt, Mutter Bethe; eure Worte machen mir Angſt. Ihr ſprecht, als ob Lukas auch ſich vom Trunke

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