Druckschrift 
Die Dorf-Plage / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. August Scheler
Einzelbild herunterladen

62

„aber was kann Clara dazu, daß ihr Gott einen ſolchen Va⸗ ter gegeben?“

—„Ja, Kind,“ ſeufzte die alte Frau,„das iſt freilich ihre Schuld nicht, aber jeder hat hienieden ſein eignes Kreuz zu tragen. Haͤtte ich die Sachen ſo vorausſehen koͤnnen, du wuͤr⸗ deſt mit Clara niemals Bekanntſchaft gemacht haben.“

—„Der Vater behauptet doch, Jan Staers ſei ſchon ſeit zwanzig Jahren ein Trunkenbold? Ihr habt ihn alſo wohl nie anders gekannt.“

—„Ich habe mich verleiten laſſen; verleiten, Lukas, das iſt der wahre Ausdruck. Noch eher als du, Junge, hatte ich mit Wohlgefallen meine Augen auf Clara gerichtet. Sie war von Kindheit an ein vortreffliches Maͤdchen; ſo gottesfuͤrchtig, ſo flei⸗ ßig und ſo ungluͤcklich... und dabei war ſie huͤbſch und hatte gar ſo freundliche ſchwarze Augen. Siehſt du, ſo ſind halt die Muͤtter! noch ehe ihr euch liebtet, ſagte ich ſchon bei mir ſelbſt: dieß waͤre eine gute Frau fuͤr meinen Lukas!“

Ihre Stimme war immer herzlicher geworden, und bei den letzten Worten drangen ihr ſogar Thraͤnen aus den Augen her⸗ vor. Der Juͤngling ſprang auf, griff ihr die Hand und rief:

—„O, gute Mutter, habt Dank! Ihr ſeid doch noch immer derſelben Anſicht?“

—„Das heißt, mit der Zeit, ja.“

—„Wie ſo, mit der Zeit?“

—„Der Vater iſt Meiſter und ſo duͤrfen wir nichts An⸗ deres im Sinne haben, als er, und der Dorn, der ihn geſto⸗ chen hat, wird ſich nicht ſo ſchnell wieder herausreißen laſſen. So muͤſſen wir eben Geduld haben, Kind.“

Lukas

melte vor

kann ich ni hinter den diele Tage ſo wird v kaum anzu von reden.

laſſen; ich ken herumg nicht Wille man etwas duͤrfen ihr

ich werde auf's Tap guter Man

laſſen.“

Lukas

gen danke

M

und ein2 ſich mit d