Clara
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„Ich glaube, du biſt von Sinnen!“ murrte Clara verdrießlich vor Ungeduld.
—„Nun will ich es dir gleich mit einem Male heraus— ſagen... Mein Vater kommt zu dem deinigen, um... um...
—„um, um..., kommt's bald?“
—„Um zu fragen, ob Lukas mit Clara getraut werden kann!“
Die Jungfrau ſchaute betroffen und unglaͤubig auf Lukas, der mit kuͤhnerem Tone fortfuhr:
—„Ob wir zuſammen ein Hoͤfchen bewohnen und als Mann und Frau mit einander leben duͤrfen!“
Clara zitterte, zuerſt entfaͤrbte ſich ihr Geſicht, dann aber gluͤhten ihr Stirne und Wangen und tiefbewegt ſenkte ſte ihre Augen zu Boden.
Lukas, der dieſe Gemuͤthsbewegung nicht in ihrer wahren Bedeutung erkannte, ſeufzte mitleidsvoll:
„Habe ich dir's nicht geſagt, Clara, du wuͤrdeſt ſo gut wie ich in Verlegenheit kommen? Es iſt aber deine eigene Schuld, du haſt mich zum Reden gezwungen.“
Das Maͤdchen antwortete nicht, und in jedem ihrer Augen glaͤnzten Thraͤnen.
„Du brauchſt dich nicht ſo zu graͤmen, Clara“ ſprach Lukas troͤſtend.„Denke dir doch: mein Vater will dem deinen alle ſeine Schulden bezahlen helfen und ihm wie ein Freund mit Rath und That beiſtehen; wir beide beziehen unſer Hoͤfchen, arbeiten und ſparen wacker zuſammen und fuͤhren ein ſtilles, ge⸗ muͤthliches Leben! Haſt ja lange genug gelitten und in muͤhe⸗ voller Einſamkeit getrauert. Nichts will ich fortan vor Augen haben, als dein Gluͤck; vom Morgen bis zum Abend fuͤr dich


