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kuͤhrlichen Zerſtreutheit gehorcht. Als nun der Greis zu ſpre⸗ chen aufgehoͤrt, fragte er: —„Seid ihr zu Ende, Vater?“
„Ja, Lukas; und du weißt nun, was mich ſo truͤb⸗ ſinnig ſtimmte?“
—„Weiß denn der Bauer Staers, welches Ungluͤck ihm droht?“
„Gewiß; es iſt ein Urtheilsſpruch gegen ihn erlaſſen worden. Dennoch hat man ihm bis geſtern noch Zeit gelaſ⸗ ſen, um zu bezahlen. Aber was hat er geſtern und vorgeſtern gethan? von einer Kneipe zur andern iſt er geſchlendert, was nicht gerade das paſſendſte Mittel iſt, um ſich Geld zu ver⸗ ſchaffen...“
Beide ſchwiegen eine Weile und ſchritten nachdenklich fort. In einiger Entfernung vor ihnen ſtand auf einer kleinen An⸗ hoͤhe neben der Straße ein ſteinernes Kreuz, wie man deren zur Erinnerung an ein geſchehenes Ungluͤck zu errichten pflegt.
„Auf dieſem Kreuze ſteht zu leſen,“ ſagte der Va⸗ ter,„daß ein gewiſſer Petrus Darinckrx an dieſer Stelle ums Leben gekommen. Der ruchloſe Moͤrder war der Branntwein. Das Ungluͤck geſchah, als dieſe Straße noch nicht ausgehauen war und dort unten noch große Steinbloͤcke lagen. Da nun Darineckr in dem Wirthshauſe hinter dem Huͤgel dort ſeine Vernunft zuruͤckgelaſſen hatte, iſt er in der dunkeln Nacht von dieſem Abhang mit der Stirne auf die Steine geſtuͤrzt. Gott iſt barmherzig; aber doch beklage ich ſeine arme Seele...“
Mit geſenktem Haupte wandelte der Juͤngling an ſeines Vaters Seite dahin, ohne ſonderlich auf ſeine Rede zu merken; dem Alten entging der bittere Verdruß, der ſeinen Sohn er⸗


