Teil eines Werkes 
5.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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54 zimmer, das am entfernteſten lag, zum Berathungszimmer auserſehen war.

„Setze Dich, mein Kind!“ ſagte der Oberſt.„Ich will nicht weitläufig ſeyn. Laß mich nur ſagen, daß ich Dir die Erfüllung eines meiner lebhafteſten Wünſche zu berichten habe, eines Wunſches, den ich nicht ſo ſehr um meinet⸗ als um Deinetwillen hegte; denn ich bin über⸗ zeugt, daß ſeine Vollendung Dein Glück begründen wird. Kurz, Graf M— hat eben um Deine Hand angehalten, und mich gebeten, Dich auf ſeinen Beſuch vorzubereiten. Ich hoffe, Du wirſt ihn annehmen?“

„Ja,“ antwortete Iſabelle ohne ſich zu beſinnen, nich will ihn hier erwarten.“

„Und Deine Antwort?“

„Papa erlaubt, daß ich ſie ihm ſelbſt ſage.“

„Sey's denn! Sie kann ja auf alle Fälle nur günſtig ſeyn; denn ich weiß, daß ein Mädchen von Dei⸗ nem feinen Gefühle ihn nicht annehmen würde, wenn es ihm einen Korb geben wollte. Ich gehe, um ihn ſogleich aus ſo peinvoller Erwartung zu erlöſen.“

„Und ich bin gewiß,“ fuhr Iſabelle ernſt fort, daß Papa in derartigen Sachen zu pünktlich und genau iſt, um dem Grafen ein Wort mehr odey weniger zu ſagen, als daß ich ihn erwarte.“

„O ſey außer Sorgen! Ich verſtehe dieſe Feinheiten und weiß, was ein Mädchen zu beobachten hat. Seine Ueberraſchung wird dann um ſo größer.“

Als der Oberſt Iſabellen verlaſſen hatte, nahm dieſe ein Buch und ſetzte ſich an's Fenſter. Sie ſtudirte ſich nicht in eine gewiſſe Stellung ein; aber die, welche ſie ſo zufällig angenommen hatte, war unbeſchreiblich reizend, und die leichte Röthe auf ihrer Wange verrieth, daß ſie nur gar nicht ohne innere Aufregung war.

Graf M— s Schritte ertönten ſchon in einiger Ent⸗ fernung durch die großen öden Zimmer. Iſabelle lauſchte. Vielleicht ging ſie in Gedanken durch, wie oftmals ſie

ſchon ähnliche Augenblicke erlebt hatte, wie der war, der

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