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feinſten Feinheit ab. Er ſetzte ungebeten hinzu,„daß er überzeugt ſey, ſeine Tochter würde ſich von dieſem Anerbieten gewiß ebenſo geehrt und geſchmeichelt fühlen, als er ſelbſt.“
„Ich bin deſſen keineswegs ſo gewiß,“ verſetzte der Graf mit einer Schüchternheit, die den Oberſten entzückte; und um den künftigen Schwiegerſohn zu überzeugen, daß er ſich täuſche, erbot er ſich den angenehmen Auftrag ſo⸗ gleich zu vollziehen, wenn er es wünſchte. Zu dieſem Vorſchlag gab Graf M-— mit einer ſtummen, aber nichts deſto weniger beredten Verbeugung ſeine Zuſtimmung; und der Oberſt, der vor Ungeduld brannte, die Sache in Ord⸗ nung zu ſehen, eilte ſogleich nach dem rothen Kabinete, wo ſich Iſabelle gewöhnlich befand, wenn ſie nicht in ihren Zimmern war.
Die Kammerräthin und Iſabelle ſaßen an dem Ar⸗ beitstiſche, und Beide heſteten einen erſtaunten Blick auf den Oberſten, als dieſer mit ſeiner ſteifſten Feierlichkeit ſprach:„Wenn ich Dich nicht ſtöre, Iſabelle, ſo möchte ich Dich bitten, mir nach dem Spiegelzimmer zu folgen! Ich habe ein paar Worte allein mit Dir zu reden.“
„Mein beſter Papa,“ erwiederte Iſabelle lächelnd, „ich habe keine Geheimniſſe vor der Tante, und wenn daher die Sache mich betrifft, ſo mag ſie Papa immerhin in Gegenwart der Tante ſagen.“
„Ich haͤtte geglaubt,“ fuhr der Oberſt mit einem Anſtrich beleidigter Würde fort,„Du trauteſt Deinem Va⸗ ter ſo viel zu, daß er wiſſe, was zu thun oder zu laſſen iſt! Damit will ich nicht ſagen, daß ich die Frage, die ich jetzt an Dich zu ſtellen beabſichtige, nicht auch der Meinung Deiner vortrefflichen Tante vorlegen möge; aber auch mit ihr möchte ich vorerſt allein ſprechen.“
Iſabelle antwortete hierauf uur, indem ſie aufſtand; und ohne einen Augenblick zu verlieren, ging man ſo⸗ gleich nach der Seite des Stockwerks, die nur bei feier⸗ lichen Gelegenheiten geöffnet wurde, und wo das Spiegel⸗


