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leben, deſſen einfache Schoͤnheiten, ruhigen Reize und heilige Pflichten Sie nur mit Muͤhe verſtanden und niemals geliebt haben.“
„O— und Sie ſind es, die mir alles dies ſagt, Sie, die fruͤher nicht an mir verzagten! Was ſoll dann aus mir werden, mit dieſem Herzen, welches, von Ihnen verſtoßen, keine Zuflucht weiß, wo es nicht vor Kum⸗ mer, Sehnſucht und Lebensuͤberdruß ſterben muͤßte?“
„»Wie koͤnnen Sie wagen, ſo zu reden, Sie, der zwei geliebte Kinder hat, Sie, der einen ſolchen Schatz von Poeſie und Phantaſie beſitzt... Nun erſt kom⸗ men Sie in den Stand, Ihre Kraͤfte zu waͤgen; jetzt ſind Sie frei genug, ſich Ihrem Ziele zu widmen, und dieſes Ziel— Ihre kuͤnftige Ehre und Wonne— iſt die Bahn des Dichters.“
Philipp ſchuͤttelte blos den Kopf.
„Und weiterhin, wenn dieſer Augenblick nur noch eine ſanfte Erinnerung iſt, wollen wir unſern Brief⸗ wechſel wieder aufnehmen. Ich werde dann, wie fruͤ⸗ her, Ihre Freundin, Ihre Rathgeberin ſein und wenn Sie in Ihrer Freiheit, Ihrem richtigen Stande, ver⸗
bleiben, will ich mich gern mit der Erziehung Ihrer
kleinen Sylvia befaſſen. Fuͤr die naͤchſte Zeit koͤnnen Sie ſie ganz ruhig der Obhut Jolli's uͤbergeben.“ Philipp ſtand auf. Seine Wange war jetzt wie⸗ der eben ſo bleich, wie an jenem Abend in der Huͤtte 11*


