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des Mannes ordentlich kalt geworden und waͤhrend ſie vor der betrogenen Welt die verzweifelte Witwe ſpielte.
„Stelle Dir vor,“ ſagte der unbewegliche Weiler, „welchen Jubelchor die dienenden Geiſter des grauſa⸗ men Asmodeus anſtimmen werden!“
Die Ehe, die heiligſte und erſte aller menſchlichen Einrichtungen, welche unverletzlich und unaufloͤslich ſein ſollte, wie iſt ſie fuͤr Dich und ſie geweſen?“
Bei dieſer Frage fuͤhlte Philipp ſich niedergebeugt — er ſenkte das Haupt.
„Eine Gaukelei iſt es geweſen, mit der ihr aller⸗ hand unwuͤrdige Spiele aufgefuͤhrt habt... Asmodeus hat regiert, mit Deiner Frau als Mitregentin. Und wenn endlich Alles verbrannt und zerriſſen iſt, wenn man Dich hinausgeſtoßen hat, wie einen uͤberfluͤſſigen Acteur, deſſen man uͤberdruͤſſig iſt und bei deſſen Kla⸗ gen man blos veraͤchtlich laͤchelt...
Philipp glaubte zu erſticken.
„... da, nachdem alles dies geſchehen, nachdem man gewagt, das zu kraͤnken, was ſtets verehrt, nach⸗ dem man das getrennt, was niemals getrennt werden ſollte, da— nachdem Du endlich durch einen Engel,
den der Himmel zu Deiner Rettung geſandt, die Truͤm⸗ mer Deiner Vernunft wieder geſammelt— kommt die Verſucherin, von Asmodeus geſandt, und ſagt zu Dir: Laß uns von Neuem anfangen! Nun werden wir es beſſer machen.“


