182
„Bravo, Siyten, bravo!“ rief Frau Walborg. „Und der Huͤttenmeiſter machte wohl ein langes Geſicht?“
„O nein, er wußte gewiß ſchon Alles, denn er zog ſich ſogleich zuruͤck, waͤhrend er laͤchelnd ſagte: Ich werde mich ein andermal huͤten, dies zu vergeſſen— entſchuldigen Sie jetzt meine Unkenntniß.“
„Nun, und Honorine?“
„Honorine nahm Siyxtens Huͤlfe an, ſagte aber,
indem ſie ſich zu beiden Herren wendete: Ich habe
durchaus nichts dagegen, wenn Sie in meiner Geſell⸗ ſchaft meine Steinbruͤche in Augenſchein nehmen wollen, im Gegentheil wuͤnſche ich ganz ſpeciell die Meinung des Herrn Huͤttenmeiſters daruͤber zu hoͤren. In einer halben Stunde, nachdem ich ein kleines Geſchaͤft be⸗ ſorgt, welches keinen Aufſchub leidet, ſehen wir uns alſo an den Bruͤchen wieder.“
„Seht, das nenne ich, ſich geſchickt aus der Affaire ziehen.“
„Ja, das iſt immer ſo ihre Art und Weiſe!“ rief Jolli mit einem kleinen Anflug von Tadel.„So⸗ bald ſie merkt, daß Jemand ihr ſeine Aufwartung
machen will, ſo ſchleppt ſie ihn ſogleich herum, um alle ihre Culturen und Verbeſſerungen und vor Allem ihr
neues Frohnbauerndorf zu beſehen.“
„Eine ſolche Liebesſprache iſt wohl nicht nach
Eurem Geſchmack?“


