Teil eines Werkes 
19.-21. Bd. (1851)
Entstehung
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Aber warte einen Augenhlick— zeigt ſich noch Jemand auf der Gaſſe?“

„Keine Seele, nicht einmal eine Katze!“

„Und ſteht auch Niemand unten an der Haus⸗ thuͤr 2 ni

„Nein, Niemand.“

„Nun denn ſchnell— verliere keinen Augenblick.“

Lilia eilte nach dem Zimmer, welches zwiſchen dem Schlafgemach und dem vorderſten Zimmer lag. Dieſe beiden hatten die Ausſicht auf die Straße. Sie beabſichtigte alſo, ihr gefaͤhrliches Stelldichein in dem⸗ ſelben Zimmer zu geben, wo der Kammerrath an dem Abend Wache geſtanden, wo ſie eine andere Zuſam⸗ menkunft auf der Seeſeite hatte.

Wenn man ſagen wollte, daß Lilia in dieſem Au⸗ genblick Gedanken gehabt haͤtte, ſo waͤre dies eben ſo ungegruͤndet, wie die Behauptung, daß ſie Gefuͤhle ge⸗ habt. Sie wollte einmal alle Feſſeln und Zuͤgel von ſich werfen— ſie beſaß blos Inſtinkt.

Sie gehorchte einer unbezaͤhmbaren Begierde— ſie wollte, ſie mußte den Mann wiederſehen, den ſie mit einer eben ſo grenzenloſen, als wahnwitzigen Leiden⸗ ſchaft anbetete.

Es war daher mehr Wahnſinn, als Liebe.

Sie ſtand mitten im Zimmer und die gewaltigen, berauſchenden Gefuͤhle, die ihr Blut in Umlauf brach⸗