Die hochvornehme Coterie— die eréme der Ge⸗ burtsariſtokratie— verhielt ſich auf ſehr abgemeſſenem Fuße zu der dicken Coterie, welche durch die Buͤrger⸗ und Geldariſtokratie repraͤſentirt ward. Die fidele Coterie, welche keinem beſtimmten Stand huldigte, ließ es ſich ebenſowenig angelegen ſein, ceremonielle Be⸗ ſuche abzuſtatten, als deren zu empfangen; dieſe ſehr verſtaͤndige Coterie wollte ſich blos amuͤſiren. Aber die vierte, die Klatſchcoterie, lebte in beſtaͤndiger Fehde mit allen uͤbrigen, denn dieſe Partei wollte es nicht leiden,
daß ſie die letzte ſein ſollte und ſah gleichwohl keinen
Ausweg, die erſte zu werden.
Nun iſt es wahr, daß es auch eine fuͤnfte Partei gab, aber dieſe beſtand aus ſtillen und gutmuͤthigen Leuten, welche gar nicht darnach trachteten, irgend⸗ welches Aufſehen zu machen— Leute, die in aller Stille ihr Bad nahmen und eben ſo ſtill ihre Weiß⸗ fiſche und ihren Roggenmehlbrei aßen. Von dieſer Partei ſprach Niemand.
Aber wir haben geſagt, daß an Soirée⸗ und Ball⸗ tagen die Republik proclamirt war und daher ſehen wir auch jetzt alle dieſe beſonderen Abtheilungen in ein einziges, großes Ganze zuſammengeſchmolzen.
Es gab jetzt keine Adels⸗ oder Buͤrgerariſtokratie mehr— es gab jetzt blos Vergnuͤgen, Waͤrme, flie⸗ gende Converſation, funkelnde Liebeserklaͤrungen zwi⸗ ſchen ſtrahlenden Augen, heimlich gefluͤſterte Verab⸗


