Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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NS. Ich muß noch hinzufuͤgen, daß die Per⸗ ſon, welche von ihrem Boote aus im Voruͤberfahren dieſe geheimnißvolle Zuſammenkunft zwiſchen Thurné und der Kammerraͤthin beobachtete, eine Perſon iſt, an deren Wahrheitsliebe Niemand zweifeln kann.

Honorine war im Stande geweſen, alle dieſe Ein⸗ zelnheiten Wort fuͤr Wort zu leſen; ſie war im Stande geweſen, dieſelben klar aufzufaſſen;z aber wie vollkom⸗ men ihre Natur auch war, ſo beſaß dieſelbe doch auch genug menſchliches Element, um ſich unter die Gewalt deſſelben beugen zu muͤſſen.

Mit einer Geberde halb des Zornes, halb des Ab⸗ ſcheues, warf ſie den Brief von ſich.

Dieſe Pantomime war hinreichend begreiflich.

Adele, welche der Meinung war, es ſei nuͤtzich, den erwachten Gram und Verdruß zu naͤhren, beeilte ſich zu ſagen:

Er iſt alſo ſtets ein Elender.

Obſchon aber dieſes Mittel vielleicht fuͤr Adelen ſelbſt ſehr angemeſſen geweſen wäre, aͤußerte es doch auf Honorinen eine vollkommen entgegengeſetzte Wirkung.

Sie richtete das geſenkte Haupt auf. Ein Blitz der Unzufriedenheit leuchtete in ihren ſanften Augen und in einem Tone, in dem die feſteſte Ueberzeugung lag, antwortete ſie:

Du biſt niemals ſchonend geweſen, Adele!

Es giebt eine Schonung, deren ich mich nicht