Teil eines Werkes 
16.-18. Bd. (1850)
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„Beſter Herr Thurne!

„Letztvergangenen Poſttag war meine verſprochene Epiſtel ſchon fertig, aber mein guter Couſin Sirten, der den Brief mit nach der Propſtei nahm— von wo, wie Sie wiſſen, das Felleiſen jetzt abgeht— hatte das Ungluͤck gehabt, zu vergeſſen, ihn abzugeben, ein Verſe⸗ hen, woruͤber er gleichwohl ſelbſt ſo großen Verdruß empfand, daß ich nicht den Muth hatte, ihn zu ſchelten.

„Sie hatten die Guͤte, mich zu bitten, Sie von dem Zuſtande meiner Gemuͤthsſtimmung zu unterrichten, wenn ich ſchriebe. Ach, ſeit mein lieber, lieber Helleding mir die ſchwarze Witwentracht hinterließ, hat mein Gemuͤth nicht mehr als eine Stizunuung gekannt. Es iſt niedergeſchlagen geweſen.

„Es iſt wahr, daß ich mich ſchon lange auf dieſen Schlag gefaßt machte und es iſt auch wahr, daß ſein Tod, eines wahren Chriſten und eines redlichen und guten Menſchen, der er war, ſo wuͤrdig, mich mit mei⸗ nem Schickſale verſoͤhnen ſollte. Aber es war etwas ſo innig Beruhigendes in dieſem Bande, welches gleich⸗ zeitig das Verhaͤltniß einer Tochter und einer Gattin in ſich ſchloß, daß dieſe vollkommene Freiheit— unge⸗ achtet aller der Plaͤne, die ich zum Beſten meiner Unter⸗ gebenen und zur Verbeſſerung der Lage der arbeitenden Volksklaſſe im Allgemeinen habe— mir doch wie eine Leere vorkommt und zwar wie eine ſo große, daß der

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