Teil eines Werkes 
13.-15. Bd. (1850)
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Nun ein Wort im Ernſt.

Geſtern und vorgeſtern habe ich dann und wann einen kalten Schweiß meine Stirn befeuchten gefuͤhlt. Nein, nicht immer bin ich ſo leichtſinnig.

Ich habe bisweilen Ahnungen feierliche Vi⸗ ſionen.

Bald liege ich ganz ſtill in meinem Sarge, in weißen Atlas gehuͤllt, mit einem Immortellenkranz in den Locken und mein Angeſicht ſcheint mir erfuͤllt von Frieden nach ausgekaͤmpften Leiden.

Bald iſt es wieder ein Familiengemaͤlde. Ver⸗ ſtehen Sie, Doctor, ein Familiengemaͤlde beſteht blos aus zwei Figuren... dieſes Bild iſt ſchoͤn, ſehr ſchoͤn. Es iſt ruhig, anmuthig, poetiſch und ich ſehe mich dann bluͤhend von Geſundheit und Kraft, mich auf den Arm eines Mannes ſtuͤtzend, deſſen Antlitz das Gepraͤge des Gluͤckes traͤgt, welches er durch mich beſitzt.

Aber bald werden dieſe Luftgebilde durch einen neidiſchen Hauch hinweggeweht und ich ſehe nur ein aͤngſtliches und duͤſteres Krankenzimmer und ein un⸗ foͤrmlich entſtelltes Weſen unter martervollen Schmer⸗ zen zuckend und ſich kruͤmmend. Ich ſehe dieſes Weſen bittend ſeine ausgemergelten Arme zum Himmel empor⸗ ſtrecken und denſelben um Erloͤſung anflehen. Aber eine Stimme hoͤre ich leiſe die Antwort fluͤſtern: Du haſt es nicht anders gewollt, Du genoſſeſt den Nektar des Lebens und hatteſt nicht die Staͤrke, Dir einen