Teil eines Werkes 
13.-15. Bd. (1850)
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„Wie, das ward in Frage gezogen?“

„Wird er einſehen, daß ich, obſchon ich jetzt in Folge meiner Lage und meines ſtrengen Sittlichkeits⸗ gefuͤhls in der allergroͤßten Eingezogenheit gelebt, unter neuen Verhaͤltniſſen und neuen Banden— angenom⸗ men, daß dieſe Bande mich nicht druͤcken, ſondern er⸗ heitern— Luſt bekommen koͤnnte, meine Blicke auf andere Geſellſchaftskreiſe zu werfen?“

„Wenn meine Theuerſte ſich dieſe Fragen vorge⸗ legt, hat dann nicht eine heimliche, aber ſichere Stimme geantwortet: Dieſer ergebene, Dich anbetende Gatte, den Du gewaͤhlt, wird ſeine groͤßte Seligkeit und Chre darein ſetzen, Dir zu beweiſen, daß Du, noch ſo jung, der Welt angehoͤren mußt, zu deren Zierde Du ge⸗ ſchaffen worden?“

„Mein Freund, welche edle Sprache! Und ſei uͤberzeugt, daß ich nicht die Freiheit mißbrauchen werde, die mir dann gegeben wird. Denn da ich als Unab⸗ haͤngige der maͤchtigen Stimme der Vernunft habe ge⸗ horchen koͤnnen, ſo werde ich als Abhaͤngige noch viel weiter davon entfernt ſein, ihr zu trotzen.“

„Spricch nicht von Abhaͤngigkeit, uͤberirdiſche Lilia . Lilia, o, wie zittre ich, dieſen Namen auszuſpre⸗ chen! Was ich mit Gewißheit weiß, iſt, daß ich der Abhaͤngige ſein werde!“

„»Niemals— dem Mann iſt es einmal beſchieden, zu herrſchen; aber wir wollen edelmuͤthig theilen. Und