Teil eines Werkes 
13.-15. Bd. (1850)
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ja etwas Altes— auch geſtern Abend, als Sie zu Hauſe waren, ſah ich ſie auf dieſelbe Weiſe hier herumlaviren.

„Und was ſagt man zu dieſem Unfug, der wirk⸗

lich ſehr ſtrafwuͤrdig iſt?“ 1

„Man ſagt, daß ſie ihr Feuer vergebens brennen laſſen und daß es unter der ganzen Sonne keine zweite ſo tugendhafte Frau giebt. Und ſie ſagen auch, daß dieſen Narren recht geſchieht, wenn ſie ſehen, daß nicht alle Frauen ſo ſind, wie gewiſſe andere.“

Die heilige Lilia laͤchelte ihre treue Dienerin an.

„Ich hoffe,“ ſagte ſie,„daß dieſe Ungebuͤhrlichkeit bald aufhoͤren wird, da ich mich ja niemals am Fen⸗ ſter zeige.“

„Aufhoͤren?— Warum nicht gar! Die Fraͤu⸗ leins ſagen, daß eben ſo wie Sie, liebe Herrin, die Reinſte von Herzen, ſo auch die Schoͤnſte von Geſicht ſind und ſie glauben auch, daß die da druͤhen ſich nicht ſchlecht aͤrgert, daß ihr nicht die ganze Schaar an der Schleppe haͤngt.“

Alle dieſe Worte waren fuͤr die heilige Lilia gleich⸗ 4

ſam ein lieblicher Duft, indem ſie ihr gleichſam die feſte Hoffnung einfloͤßten, daß an dem Tage, wo ſie ihr Haus eröffnete, das Aergerniß der Stadt eine eben ſo große Niederlage erleiden, als die Heilige der Stadt einen großen Fang thun muͤßte.

AoS