Teil eines Werkes 
10.-12. Bd. (1850)
Entstehung
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mamſell dient bei einer der intimſten Freundinnen der Eltern einer meiner Schuͤlerinnen und ſie hat erzaͤhlt, daß Mamſell Karoline ihr ein Geheimniß anvertraut habe.

Oho, die liſtige Kokette hat alſo Geheimniſſe! Na, das kann man ihr zutrauen; ſie ſpannt ja ihre Netze nach allen Maͤnnern aus.

Ein Brief, meine Damen, fuhr die Blumen⸗ frau fort,den Mamſell Karoline zu Geſicht bekam, als gerade, da er fertig geſchrieben war, die gnaͤ⸗ dige Frau durch einen Beſuch genoͤthigt ward, in den Salon zu gehen.

Und dieſer Brief?

War an einen Arzt... was meinen Sie?

An einen Arzt?

Die verſchiedenen Betonungen, mit welchen dieſe

drei Worte ausgeſprochen wurden, gaben Verwunde⸗

rung und getaͤuſchte Erwartung zu erkennen.

Ich beginne etwas zu ahnen, ſagte Lilia, welche jetzt erſt ſich ausſprach.Der Medizinalrath erwaͤhnte, ſoeben, daß ein Arzt, den Frau von Stern auf ihren Reiſen getroffen, ihr zur Operation gerathen habe.

Und dazu, fiel eine der Fraͤuleins ein,ſagt der Medizinalrath Nein das habe ich von mehrern Sei⸗ ten gehoͤrt und dann heißt es auch Nein, denn einen geſchickteren Mann giebt as nicht.

Das iſt auch meine Ueberzeugung.

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