Teil eines Werkes 
7.-9. Bd. (1850)
Entstehung
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Sie dachte gerade nicht daran, daß ſie eins jener ſeltenen Schlachtopfer geworden, welche gleichzeitig ſchul⸗ dig und unſchuldig ſind. Das, woran ſie dachte, war der unerſetzliche Verluſt, den ſie erlitt, als ſie von der Hoͤhe eines bewunderten, geprieſenen, in dem blendenden Schleier der Unſchuld und Reinheit prangenden We⸗ ſens, ſich in den bodenloſen Abgrund hinabgeſtuͤrzt ſah, in welchem man den Ruf treuloſer Gattinnen begraͤbt, notabene, nachdem man denſelben erſt in Fetzen zer⸗ riſſen und jeden einzelnen Fetzen mit tauſend Stichen durchbohrt hat.

Und noch dazu zu wiſſen, daß alles dies im Grunde ungerecht iſt, zu wiſſen, daß man ſo unſchul⸗ dig iſt, wie das Licht des Tages, dem man ſo gerne zu gleichen geſucht und gewollt, und endlich zu wiſſen, daß man nur ſeinem eigenen Leichtſinn, ſeiner eigenen Unbedachtſamkeit, ſeinem thoͤrichten Hange zu kleinen, intereſſanten Intriguen dieſe ploͤtzliche Verwandlung

mzu danken hat... alles dies zu wiſſen, iſt beinahe

unertraͤglich und um ſo unertraͤglicher, als die„Ver⸗ wandlung“ ſich nicht mehr aͤndern laͤßt, denn die Welt (das heißt, dieſer Winkel der Welt) wußte einmal, was ſie wußte, und tauſend Betheuerungen der Wahr⸗ heit waͤren eine ſo fruchtlos geweſen, wie die andere.

Der Schein war dagegen und man mag beden⸗ ken, daß die Frau, welche zu vergeſſen wagt, welch gro⸗

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