Teil eines Werkes 
7.-9. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22 den ſie während der Abweſenheit des Mannes ohne Scheu jeden Tag bei ſich empfangen und den ſie jetzt insgeheim ſelbſt beſuchte. 1

Und jedes Wort war ſo wahr, wie der helle Tag, denn eine hoͤchſt beklagenswerthe, kranke Frau, die durch die laſterhafte Verſaͤumniß des Doctors die graͤßlichſten Schmerzen erdulden muͤſſen, war ja ſelbſt im Dunkeln fuͤr ſeine Geliebte gehalten worden, welche inzwiſchen, als Mann verkleidet, ſpaͤter ſichtbar geworden, nachdem der arme Ehemann, der bei dem verraͤtheriſchen Freund auf Beſuch gekommen, denſelben verlaſſen hatte.

Aber alles dies war ſo entſetzlich, ſo unerhoͤrt, daß bei dem bloßen Gedanken daran, daß eine ſolche Unſitt⸗ lichkeit und Scheinheiligkeit uͤberhaupt auf der Welt gefunden werden konnte, einem jeden Chriſtenmenſchen die Haare zu Berge ſtehen mußten.

Wenn einmal der Uferdamm eines Stroms zer⸗ riſſen iſt, ſo breitet ſich der letztere nach allen Sei⸗

gten aus.

Die Stadtbewohner uͤberzeugten ſich in dem Markt⸗ flecken von dem, was ſie niemals zur Ehre der Menſch⸗ heit glauben wollten und die Einwohner des Markt⸗ fleckens nahmen zu demſelben Zwecke ihre Zuflucht nach der Stadt, wo es wirklich lebende Zeugen gab, welche die wunderbaren und intereſſanten Mittheilungen der kranken Frau wirklich gehoͤrt hatten.

Jungfer Lisbeth konnte faſt weiter gar nichts ma⸗

werfe

von

Zimn wenn die S begeg

farbe