Teil eines Werkes 
4.-6. Bd. (1850)
Entstehung
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plimente auf Koſten der Wahrheit vollkommen gleich⸗ guͤltig iſt.“

„Das iſt wahr, aber es hindert dies mich nicht, zu beklagen, daß meine geſellſchaftlichen Talente ſo ge⸗ ring ſind. Ich werde mich nur ſchlecht vertheidigen koͤnnen, wenn Philipp mich fragt, wie ich mein Amt verſehen habe.“

„Welche uͤbertriebene Beſcheidenheit! Haben wir nicht, trotz des Doctors geſegnetem Phlegma, mit dem kleinen Alban zuſammen, wie zwei gute Kinder, blinde Kuh geſpielt? haben wir nicht abwechſelnd Sylvia in ihrem kleinen Wagen gezogen? haben wir nicht mit ein⸗ ander geſpielt und geſungen und unſere Partie Schach gemacht, wenn die Kinder ſchliefen, das eine Mal auf meinem Knie, das andere Mal auf dem ihres guten Freundes?“

Bei jeder dieſer Gelegenheiten, welche Lilia nach⸗ laͤſſig und unſchuldig herzaͤhlte, die aber der Doctor nie⸗ mals zuvor zuſammengerechnet hatte, flog eine Roͤthe uͤber ſeine Wange.

Sie bemerkte natuͤrlich nichts davon.

Das naͤchſte Mal vergingen fuͤnf Tage, bevor der Beſuch des Doctors erneuert ward.

Er kam ſonſt gewoͤhnlich einen Tag um den an⸗ dern, zuweilen auch, wenn der Weg ihn vorbeifuͤhrte, taͤglich. 1

Als er jetzt mit einer Menge Entſchuldigungen

Ein Gerücht. II. 3