Teil eines Werkes 
1.-3. Bd. (1850)
Entstehung
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ſchen Be⸗

ſchla⸗

ihm aber

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in demſelben Augenblicke weg, um ein Schluchzen zu unterdruͤcken.

Mein Gott, mein Gott, was ſoll ich glauben? ſagte ſie und es war, als wenn der letzte Auftritt mit dem Doctor niemals ſtattgefunden haͤtte.Er hatte verſprochen von U. zu ſchreiben und ich habe heute Mor⸗ gen keinen Brief bekommen... ach, es iſt entſetzlich.

Aber meine gute Frau Thurné, eher als morgen koͤnnen Sie ja den Brief gar nicht erhalten.

Wie... wirklich?

Rechnen Sie nur beſſer nach und Sie werden finden, daß ich recht habe.

Ach, koͤnnte das wirklich ſo ſein?

Lilia richtete ſich halb empor und trocknete mit den langen, ſchoͤnen Seidenlocken die hellen Thraͤnen, welche die Wange herabrollten.

Sie war wirklich hinreißend, waͤhrend dieſes Kam⸗ pfes zwiſchen der fliehenden Furcht und der neuerwachten Hoffnung.

Der Blick des Doctors ſchweifte uͤber dieſes be⸗ zaubernde Antlitz und waͤhrend er ſich wiewohl in gebuͤhrender Entfernung niederſetzte, ſprach er ſeine feſte Ueberzeugung aus, daß Frau Thurné den naͤchſten Tag eben ſo froh und gluͤcklich ſein wuͤrde, wie ſie heute betruͤbt und ungluͤcklich waͤre.

Aber ich bin es ja nicht mehr, nachdem ich mir die Sache recht uͤberlegt habe. Wie gut war es, daß