Teil eines Werkes 
1.-3. Bd. (1850)
Entstehung
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zwei kleinen Amoretten, dieſe goͤttlichen Ausſtrahlungen meiner goͤttlichen Aphrodyte.

Lache nicht ich will nicht, daß man mich einen Narren nenne, weil ich einige Linien uͤber Deine kalte Welt hinausſchwaͤrme.

Ach, Du weißt nicht, was Seligkeit iſt Du haſt noch nicht im Todeskampfe gelegen und biſt noch nicht wieder erweckt worden Du weißt nichts, Du ahneſt nichts, mein armer Arnold! Die Liebe iſt fuͤr Dich eine Mythe und zwar eine Mythe, welche Du leider niemals durchſchauen wirſt.

Beklagenswerther Sterblicher! Wie werde ich die Buͤrde des unſterblichen Gluͤcks ertragen koͤnnen, wel⸗ ches die Zukunft mir zeigt! Ich reiſe fort, um meine Seele zu bereiten und wenn ich wiederkomme, werde ich zu mir ſelbſt ſagen:

Ich habe nichts mehr zu wuͤnſchen!

Dein Philipp.

Zum Gluͤck ahnete unſer poetiſcher Ehemann, als er den letzten Satz ſchrieb, nicht, daß derſelbe, mit Aus⸗ nahme der zwei letzten Worte, buchſtaͤblich in Erfuͤllung gehen wuͤrde.

Waͤhrend des Leſens dieſes Billets zeigte Arnold dieſelbe Miene, die er wahrſcheinlich gezeigt haben wuͤrde, wenn er die ausſchweifenden Phantaſien eines Fieber⸗ kranken gehoͤrt haͤtte.