Teil eines Werkes 
1.-4. Theil (1844)
Entstehung
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Seidenzeug ſelbſt, erröthet? Ach nein! er wagt es nur in ſeiner Kühnheit, eine eben ſo prächtige, wenn nicht noch prächtigere Farbe, einen eben ſolchen Glanz zu ha⸗ ben, als der Purpurſammt ſelbſt! Und all' dieſe Schnüre, Quaſten, Rouleaur und Kordons, wachſen ſie nicht wie an einem Baume für Jedermann, der ſie um ſein Geld pflücken will? Es bleibt alſo nur noch übrig, daß man ſie etwa nach ihrer Elaſticität(welche aus der Menge des Roßhaares entſteht) in zwei Klaſſen theilen kann; allein dieſe Eigenſchaft fällt nicht in die Augen, und iſt deßhalb ohne eigentlichen Werth.

Man ſieht daraus, welche Ungelegenheiten durch dieſes Aehnlichkeitsſyſtem entſtehen, und daß die Eman⸗ zipation der Möbel von ihrer alten Schule, welche eine beſtimmte Trennung in der Form beſaß, höchſt tadelns⸗ werth iſt. Es gibt vielleicht Leute, welche behaupten, daß das ganze Möbel— wie ſollen wir doch ſagen—

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Möbelcorps an ſich zu unbedeutend iſt, um einige Auf⸗

merkſamkeit darauf zu verwenden, in welcher Form es

erſcheint. Das mag an ſich wahr ſeyn, aber gewiß nicht was die Form betrifft, denn jede Form vertritt etwas: Sie iſt die Oberfläche, die Zierde der Sache. Ehrens⸗ vürd ſagt:„Die Zierde iſt ein Zuwachs der Sache, ein großer Schein der Sache; ſie iſt nicht ſo klar wie die Farbe, aber ſie iſt glänzender als jede mögliche Farbe und jede mögliche Sache. Sie iſt nicht das, was man die Geſtalt der Sache nennt; aber ſie iſt eine mannig⸗ fache Geſtaltung der Sache. Sie iſt was ein Nebel in weiter Entfernung von einer Sache zeigt. Er zeigt Alles und doch nichts; er zeigt mehr und doch nicht Alles.“ So iſt es auch mit der Form, und deßhalb iſt die Form für viele Leute mehr als ihr eigentliches Selbſt. Die Form ihrer Möbel darf alſo ebenfalls nicht für eine Klei⸗ nigkeit angeſehen werden.

Wenn man in eines jener ächt ariſtokratiſchen Schlöͤſſer eintritt, ſo ſindet man mit einer Art Erſtaunen, daß jedes Möbel gleichſam an der Stelle des hingegangenen Schloß⸗

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