Teil eines Werkes 
1.-4. Theil (1844)
Entstehung
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Einleitun g. Beliebt Ihnen heute ein friſcher Waitzenkuchen, liebes Frauchen?? Dieſe Frage wurde von der wandernden Stadtchro⸗

nik, der tugend⸗ und ehrenreichen Madame Weſtergren,

der holden Mutter aller Saffran⸗ und Mandelkuchem age⸗ ſtellt, als ſie an einem ſchönen Morgen den Kopf in die Küche des Stadtarztes ſtreckte.

Iſt er auch recht warm, meine liebſte Weſtergren? lächelte die Frau Doktorin, die eigenhändig die Ser⸗ viette zu heben geruhte, und ihre Naſe die angenehmen Düfte einſaugen ließ.

Ganz glühend heiß, liebes Frauchen! Ich war erſt an einem Platze, und ich wäre gewiß auch dort nicht eher hingegangen, als bis ich vorher hier geweſen wäre, hätte man nicht die Kuchen beſtellt gehabt.

Beſtellt? nun das muß ich ſagen! Wer iſt denn die Herrſchaft, die ſie ohne Beſtellung nicht ſchnell genug bekommt? Die Weſtergren ſpringt ja in einer Stunde in der ganzen Stadt herum.

Ja, das hab ich jetzt ſeit zwei und zwanzig Jah⸗ ren gethan; aber es gibt gewiſſe Leute natürlich vor⸗ nehme Leute die es vor andern haben müſſen.

Die Frau Doktorin Manning, die ſich eben ſo hoch ſchätzte als die Bürgermeiſterin und die Probſtin zwei