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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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über meine beiden Eckzimmer ſchon ins Reine gekom⸗ men wären. Dann wäre er nie in den gemeinen Dach⸗ erker gekommen und hätte Utters ſaubere Blume, die Gnädige im Erker gegenüber, niemals geſehen. Aber ich wußte wohl und hab es immer geſagt, daß das einmal einen ſchlimmen Ausgang nehmen würde, weil die ſchlechte Geſellſchaft hier nie Ordnung hält, weder im Kleinen noch im Großen, ſondern Eines ſich immer in die Affairen des Andern miſcht.

Anfangs gab es kein einziges Frauenzimmer, das nicht unwiderruflich beſchloſſen hätte, nicht auf die Hochzeit zu gehen. Aber je näher der wichtige Tag kam, deſto mehr begann man nachzugeben und die Sache auszugleichen, denn es war vielleicht doch nicht ſo ganz recht, den billigen Aerger ſo öffentlich kund zu geben; überdies wäre es ja eine Sünde, die armen Leute ſo zu erzürnen. 3

Indeſſen war der letzte mögliche Tag für eine Ein⸗ ladung erſchienen und noch hörte man nichts von dem Stadtdiener im ſchwarzen Frack und mit den Karten in der Hand. Ach, man bekam den Stadidiener mit den Einladungskarten überhaupt nie zu Geſichte, denn Marie Luiſe hatte es vorgezogen, ſich in der größten Stille trauen zu laſſen, was auch in dem kleinen Dach⸗ erker geſchah, wo ſie ſo viele gedächtnißreiche Tage verlebt hatte.

Was die Stadt betrifft, ſo wurde ſie durch das am folgenden Mittag ſtattfindende Diner mit dem da⸗ zu gehörigen Balle vollkommen ausgeſöhnt, welche Feſtlichkeit Alle ſehr glänzend und gut arrangirt fanden.

Ja, ſagten unſere Frauen, die Eine zu der Andern, als ſie am andern Tage auf Beſuchen herum

liefen,ſie war wirklich ſehr liebenswürdig und ein⸗

nehmend, die kleine Frau Williamsſon, und es lag

in der That, wenn die Herrſchaften es bemerkten, et⸗

was Demüthiges in ihrem Weſen.

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